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SportWie kann Laufsport den Teamgeist im Unternehmen stärken?

Zusammenhalt in einem Unternehmen lässt sich hervorragend mit einem gemeinsamen Sporterlebnis steigern. Unser Kolumnist Thorsten Firlus fremdelt mit Staffeln und läuft dennoch gerne mit. Aus guten Gründen.Thorsten Firlus 19.05.2025 - 10:53 Uhr Artikel anhören
Der Autor und der Staffelstab des Düsseldorf-Marathons 2025. Foto: Firlus

Laufen gehört grundsätzlich zu den Individualsportarten. Es lässt sich perfekt ganz allein ohne jede Hilfe betreiben. Es sei denn, man läuft eine Staffel. Gemeinsam teilt man sich die große Aufgabe. Und das ist beliebt.

Die Zahlen der Stadtmarathons sprechen eine klare Sprache: Die größere Teilnehmerzahl stellen in aller Regel die Staffeln. Besonders auffällig war das beim diesjährigen Düsseldorf-Marathon. Meine Kollegin Catiana Krapp initiierte auch eine solche Staffel in der Handelsblatt-Gruppe. Ich fremdele zwar mit dem Format, machte aber mit.

Denn Laufsport als Staffel erzeugt das, was dem Sport sonst abgeht: Gemeinschaftsgefühl. Im beruflichen Kontext: Teamgeist. Und im besten Falle einen, der seinen Zauber entfaltet, weil er Leistung gesund definiert.

Es liegt auf der Hand, dass in einer sich mehr oder minder zufällig zusammengewürfelten Staffel Läuferinnen und Läufer unterschiedlicher Schnelligkeit zusammenfinden. Und es ist egal für das Gefühl, etwas gemeinsam geschafft zu haben.

Es ist also klar: Es kann und sollte nur um die goldene Ananas gehen. Das bedeutet jedoch eindeutig nicht, dass einzelne Mitglieder einer Staffel den sonnigen Tag für einen lockeren Spaziergang nutzen und eine Rast auf einer Parkbank einlegen.

Heitere Traditionen

Leistung ist das Beste, zu dem jede Läuferin und jeder Läufer an dem jeweiligen Tag in der Lage ist. Die Maxime der eigenen Anstrengung ist das Wohl der Gruppe. Ich laufe, so schnell es geht, damit die Gruppe so gut ist, wie sie kann.

Autor beim Staffelstart des Düsseldorf-Marathons: Noch in aussichtsreicher Position vorne. Foto: Firlus

In einem Ruderboot mit vier oder gar acht Ruderern wird es offenbar: Kein einzelnes Mitglied kann sich mal kurz weniger anstrengen, dann verhaken sich die Skulls. Diese Haltung lässt sich leicht übertragen. Und darum geht es.

Was ernten die Teilnehmer, was ist der Erlös für die Gruppe? Zunächst natürlich ein schöner Tag. Dazu gehören als heitere Traditionen des Amateursports die folgenden verpflichtenden Komponenten: die gegenseitigen Versicherungen, zu schlecht trainiert zu haben, es heute unbedingt ruhig angehen zu lassen und keinesfalls aus dem Ganzen einen Wettkampf untereinander zu machen.

Das ist alles selbstverständlich Schall und Rauch, sobald es wirklich losgeht. Wer möchte sich schon die Blöße geben? Also rennt man erst mal los. Mir unterlief zudem beim Düsseldorf-Marathon ein kleines Missgeschick auf Basis eines Messfehlers meiner Sportuhr.

Sie zeigte bei einem schon für mich flotten Tempo eine überraschend niedrige Herzfrequenz. Ergo: Ich war wohl schnell, aber noch locker unterwegs. Nach drei Kilometern sprang der Wert um gut 40 Schläge pro Minute nach oben – das passte dann auch eher zum Tempo. Aber nun war ich halt schon mal dabei – also weiter so. Mal sehen, wie lange das gutgehen würde.

Herzfrequenz: Daten sind hilfreich, wenn die Messung nicht fehlerhaft ist, so wie hier. Foto: Garmin

Es lief dann gut, und mit etwas Beißen und Ackern konnte ich das Tempo halten und früher als geplant, gewünscht und erhofft, den Staffelstab an meine Kollegin Catiana weiterreichen.

Sie stieb davon, realisierte als erfahrene Läuferin dann aber schnell das zu hohe Anfangstempo und nahm etwas Schwung heraus. Die weiteren zwei Kollegen rundeten unsere Leistung mit gelungenen Abschnitten ab. Und ohne Vorgabe, ohne Verpflichtung, ohne Druck ergab sich eine Gesamtzeit, die keiner von uns allein hätte erreichen können an diesem Tag.

Und das ist der Gewinn: die einmal mehr gelebte Weisheit, dass sich im Team mehr erreichen lässt als allein, wenn alle mitziehen, unabhängig von der absoluten Pace.

Eine Staffel ist, wie ein Unternehmen letztlich auch, ein Gemeinschaftsprojekt, für das es jedes Teil braucht.

Team TCCP nach dem Lauf: Gemeinsam mehr erreicht als alleine. Foto: Firlus

Jedes Mitglied trägt Verantwortung und bringt, so sollte es zumindest sein, Verständnis auf für Schwankungen in der Leistung von anderen, denn jede Läuferin und jeder Läufer kennt Tage, an denen der Körper nicht so will. Und es braucht die grundsätzliche Akzeptanz, dass wir bei gleichem Aufwand unterschiedliche Resultate erzielen.

Die Kirsche auf der Torte ist natürlich, dass so Kolleginnen und Kollegen zusammentreffen, die im Alltag wenig Berührungspunkte haben. Der Austausch, das Erfolgserlebnis schafft das, was ein einzelner Virtuose, eine einzelne Meisterin nicht erzeugen kann: Teamgeist.

Erstpublikation: 15.05.2025, 09:32 Uhr.

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