Bayer: USA steht vor richtungsweisender Entscheidung zu Glyphosat im August
Düsseldorf. Im Ringen um die Zukunft seines Unkrautvernichters Glyphosat in den USA steht die Bayer AG vor entscheidenden Wochen. Voraussichtlich im August wird eine umstrittene Kommission der US-Regierung neue Initiativen zum Umgang mit Pflanzenschutzmitteln vorlegen, erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen der US-Agrarindustrie.
Eine Neubewertung der Agrarchemie in den USA mit möglichen Einschränkungen könnte Bayer und die US-Landwirte empfindlich treffen. Für die Bauern ist Glyphosat das wichtigste Mittel zum Erhalt der Ernte-Produktivität. Bayer ist der größte Hersteller und sieht sich zugleich weiterhin mit zehntausenden Klagen von Glyphosatnutzern wegen möglicher Gesundheitsprobleme konfrontiert.
Bis August werde es ein „Armdrücken“ der US-Landwirte sowie der Agrarindustrie mit den Gegnern von Glyphosat geben, hieß es weiter. Zu den Gegnern zählt auch US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. und die hinter ihm stehende MAHA-Bewegung, kurz für „Make America healthy again“.
Laut Bayer-Kreisen wird Konzernchef Bill Anderson erneut versuchen, persönlich in den USA Einfluss zu nehmen auf die Auseinandersetzung. Schon Mitte Mai weilte er dazu mehrere Tage in Washington. Das Ergebnis des Konflikts dürfte Wirkung auf den Kurs der Bayer-Aktie haben, die zuletzt zu den stärksten Werten im Leitindex Dax gehörte.