Bayer-Aktie: Zwei weitere Analysten raten zum Kauf
Düsseldorf. Die Bayer-Aktie setzt ihren Aufwärtstrend fort. Am Mittwoch stiegen die Titel des Agrar- und Pharmakonzerns in der Spitze um 4,2 Prozent auf knapp 28 Euro und bauten ihren Zuwachs seit Jahresstart auf mehr als 40 Prozent aus.
Damit gehört Bayer zu den Börsenstars des Jahres 2025, im deutschen Leitindex Dax stiegen nur sechs der 40 Aktien noch stärker. Der Index selbst legte im selben Zeitraum gut 20 Prozent zu. Auslöser für die Kursgewinne vom Mittwoch ist, dass gleich zwei Analysten die Aktie hochstuften und Kaufempfehlungen aussprachen.
Sowohl Rajesh Kumar von der Schweizer Großbank UBS als auch Christian Faitz vom französischen Finanzdienstleister Kepler Cheuvreux hoben ihr Rating von „neutral“ auf „buy“.
Das geht aus ihren am Mittwoch veröffentlichten Studien hervor. Kumar setzte sein Kursziel auf 32 Euro, Faitz auf 33 Euro. Das entspricht einem Aufschlag von 15 beziehungsweise 18 Prozent auf das Tageshoch von Mittwoch.
Faitz begründet die Kaufempfehlung in seiner Branchenstudie damit, dass Risken aus den US-Rechtsstreitigkeiten sowie den operativen Problemen mittlerweile im Aktienkurs eingepreist seien. Trotz des 40-prozentigen Anstiegs in diesem Jahr hat die Aktie auf Sicht von fünf Jahren 60 Prozent an Wert verloren.
Dementsprechend niedrig ist mittlerweile die Bewertung: Auf Basis der in diesem Jahr prognostizierten Gewinne wird Bayer nur mit dem sechsfachen Nettogewinn bewertet. Zum Vergleich: Im Pharmabereich kommt Roche auf einen Wert von 13, im Agrar- und Chemiebereich kommt BASF trotz eigener Probleme auf einen Wert von knapp 14.
Dritte Kaufempfehlung innerhalb von einer Woche
Die Hochstufungen vom Mittwoch sind bereits die zweite und dritte Hochstufung innerhalb von sieben Tagen. Erst am vergangenen Donnerstag hatte James Quigley von der US-Investmentbank Goldman Sachs von „neutral“ auf „buy“ hochgestuft. Er sieht für die zweite Jahreshälfte 2025 ein günstiges Verhältnis zwischen Chancen und Risiken – das gelte auch mit Blick auf weitere Nachrichten zu den Rechtsstreitigkeiten.
Bayer hatte im Jahr 2018 das Agrarchemieunternehmen Monsanto in den USA übernommen. Seither trägt es die Rechtsrisiken rund um den angeblich krebserregenden Wirkstoff Glyphosat im Unkrautvernichter Roundup. Bayer hat die Mehrheit der bisherigen Prozesse gewonnen, wird aber immer wieder auch zu Schadenersatz teils in Milliardenhöhe verurteilt.
Bisher hat die Klagewelle den Konzern mehr als zehn Milliarden Euro an Vergleichszahlungen gekostet. Weitere sechs Milliarden Euro sind in der Bilanz noch dafür zurückgestellt. Derzeit sind mehr als 65.000 Klagen anhängig.
Bayer will den Klagen durch ein Grundsatzurteil des obersten US-Gerichts den rechtlichen Boden entziehen und hat dort eine Klage eingereicht. Zugleich wirbt der Konzern für Gesetzesänderungen in den USA, mit denen das gleiche Ziel erreicht werden könnte.
Diese unsicheren Aussichten belasten immer wieder den Aktienkurs. Auch die Mehrzahl der Analysten bleibt noch vorsichtig: Insgesamt raten jetzt elf Experten zum Kauf der Aktie, bei 14 lautet das Urteil „halten“. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei knapp 29 Euro.