USA: Demokrat Jeffries redet fast neun Stunden gegen Steuergesetz
Washington. Bei der Debatte über das von US-Präsident Donald Trump geforderte Steuergesetz hat der demokratische Abgeordnete Hakeem Jeffries im Repräsentantenhaus einen neuen Redezeit-Rekord aufgestellt. Der Minderheitsführer hielt am Donnerstag eine etwa acht drei Viertel Stunden lange Rede gegen das umstrittene Vorhaben. Damit verzögerte der Fraktionschef der Demokraten im Abgeordnetenhaus die von Trumps Republikanern angestrebte Abstimmung über das Gesetzespaket, die kurz danach begann. Trump dringt darauf, das Paket spätestens am Nationalfeiertag an diesem Freitag unterzeichnen zu können.
Jeffries verwendete einen Großteil seiner Redezeit darauf, die geplanten Kürzungen beim Krankenversicherungsprogramm „Medicaid“, das bedürftigen Amerikanern Zugang zu medizinischen Dienstleistungen gewähren soll, anzuprangern. „Dieser rücksichtslose republikanische Haushalt ist ein amoralisches Dokument“, sagte der Demokrat, „dieses Gesetz wird Medicaid wie wir es kennen abschaffen.“ Zudem las er auch zahlreiche Briefe vor, in denen republikanische Wähler die Abgeordneten darum gebeten hatten, gegen den Haushaltsentwurf zu stimmen.
Üblicherweise ist die Redezeit im Abgeordnetenhaus eingeschränkt, doch die Fraktionschefs haben Anspruch auf die sogenannte „Magic Minute“, mit der sie ihre Rede so lange halten können, wie sie wollen.
Es ist schon das zweite Mal in Trumps zweiter Amtszeit, dass ein Demokrat im Kongress mit einer Marathonrede für Aufmerksamkeit sorgt. Vor ein paar Monaten hatte der Senator Cory Booker mit einer mehr als 25-stündigen Ansprache gegen die Politik des Republikaners einen Rekord im Senat aufgestellt.
Das von Trump und seiner Partei als „big beautiful bill“ angepriesene Gesetz steht in der Kritik, weil es nach Schätzung unabhängiger Haushaltsexperten die Staatsverschuldung in den kommenden Jahren massiv nach oben treiben wird. Außerdem sollen Sozialleistungen drastisch gekürzt werden. Millionen Amerikanern droht demnach der Verlust ihres Krankenversicherungsschutzes.