Kommentar: Warum man die Gründung der „America Party“ von Musk ernst nehmen muss

Nichts wäre einfacher, als die Gründung der „America Party“ mit einem Federstrich zu verurteilen und sie polemisch einfach als Polit-Scherz abzutun. Die Argumente dafür liegen auf der Hand: dass es mit den Prinzipien des aufgeklärten Westens nicht vereinbar ist, wenn der reichste Mann der Welt sich eine politische Vertretung aufbaut. Dass Musk sich zuletzt als Verächter von Demokratie und liberaler Gesellschaft positioniert hat und dies über sein Sprachrohr X wie kein Zweiter auf der Welt ausleben konnte.
Dass er als Polit-Influencer und politischer Großspender in den vergangenen Monaten eine Unfähigkeit zur politischen Realitätseinschätzung gezeigt hat, die sagenhaft irrwitzig ist. Dass er mit Donald Trump, Nigel Farage oder auch Alice Weidel politische Figuren unterstützte, von denen klar war, dass sie nicht halten, was er sich versprach, im Gegenteil – die für Destruktivität und für Rückwärtsgewandtheit im Hinblick auf eine Zeit stehen, die niemals existierte.
Dies alles zeugt nicht davon, dass der erfolgreiche Tech-Visionär auch ein erfolgreicher politischer Kopf sein oder werden könnte.