Nahrungsmittel: Durchsuchung bei Nestlé – unreines Mineralwasser?
Paris. Im Zuge von Ermittlungen wegen unzulässiger Behandlung von Mineralwasser hat die französische Generaldirektion für Wettbewerb, Verbraucherschutz und Betrugsbekämpfung (DGCCRF) den Frankreichsitz des Lebensmittelkonzerns Nestlé bei Paris durchsuchen lassen.
Um Mineralwasser von Nestlé (Perrier, Hépar, Contrex, Vittel) gibt es in Frankreich schon länger Wirbel. Der Vorwurf lautet, dass Quellwasser, was zeitweise nicht den Anforderungen entsprach, auf eine für Mineralwasser unzulässige Weise gefiltert und dann dennoch als natürliches Mineralwasser vertrieben worden sein soll.
Wasser stammt womöglich aus unreinen Brunnen
Im Pariser Parlament hatte Nestlé-Vorstandschef Laurent Freixe im April vor einem Untersuchungsausschuss sein Bedauern geäußert. Nestlé Waters habe alles getan, um den beanstandeten Praktiken ein Ende zu setzen.
Foodwatch spricht von massivem Betrug und verlangt, dass die Verantwortlichkeiten bei dem Unternehmen sowie bei den Aufsichtsbehörden aufgedeckt werden.
„Der größte Lebensmittelkonzern der Welt hat Wasser aus verunreinigten Brunnen illegal gefiltert und als "natürlich" verkauft – ein klarer Fall von Lebensmittelbetrug und zudem vielleicht gesundheitsgefährdend“, sagte der Geschäftsführer von Foodwatch Deutschland, Chris Methmann. „Wenn globale Konzerne mit der Täuschung von Verbrauchern davonkommen, untergräbt das die Grundlagen der Regulierung der Lebensmittelsicherheit.“
Nestlé gibt Entwarnung für Kunden wegen Mineralwasser
Trotz der Ermittlungen können Verbraucher hierzulande nach Angaben des Konzerns beruhigt zugreifen. In Deutschland werde kein natürliches Mineralwasser aus französischer Produktion verkauft, sagte ein Sprecher von Nestlé auf Nachfrage. Vertrieben werden demnach nur die Marken San Pellegrino und Acqua Panna, die nicht betroffen seien. Das Mineralwasser in Frankreich sei ebenfalls unbedenklich, hieß es.