Öl aus Russland: Drohung von USA und Nato sorgt in Indien für Empörung
Bangkok. Seit Beginn des Ukrainekriegs ist Indien ein beeindruckender Spagat gelungen: Einerseits baute das Land seine Ölgeschäfte mit Russland drastisch aus und füllte damit die Kriegskasse des Aggressors – allein im vergangenen Monat überwiesen die Inder etwa 4,5 Milliarden Euro für russische Energieträger.
Andererseits näherte sich die Regierung in Neu-Delhi westlichen Staaten weiter an – etwa als Dauergast bei G7-Treffen. Mit dem Argument, man sei als armes Land auf das vergleichsweise billige Öl aus Russland angewiesen, stieß Regierungschef Narendra Modi dort auf breites Verständnis.
Doch spätestens seit dieser Woche ist klar, dass Indiens Balanceakt zwischen Moskau auf der einen Seite und den Unterstützern der Ukraine auf der anderen Seite künftig schwieriger wird. Erst drohte US-Präsident Donald Trump am Montag damit, Russlands Handelspartner mit einem 100-Prozent-Strafzoll zu belegen, sollte es innerhalb von 50 Tagen keinen Waffenstillstand in der Ukraine geben.
Einen Tag später wurde Nato-Generalsekretär Mark Rutte noch deutlicher. Er warnte, Länder wie Indien, China und Brasilien könnten „sehr hart“ von Sekundärsanktionen getroffen werden, wenn sie weiter mit Russland Geschäfte machten.