Rüstung: Vom Panzer bis zum Kampfjet – Paris und Berlin streiten um Großprojekte
München, Paris, Berlin. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schwärmte von einer „tiefgreifenden Revolution“, als er im Juli 2017 vom deutsch-französischen Rüstungsprojekt Future Combat Air System (FCAS) sprach. Gemeinsam mit der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel lobte er das geplante „Kampfflugzeug der Zukunft“ als Paradebeispiel der bilateralen Zusammenarbeit.
Mittlerweile sind acht Jahre vergangen. Der Bundeskanzler heißt inzwischen Friedrich Merz – und der wird Mittwochabend Macron zum Staatsbesuch in Berlin empfangen. Von der früheren Einigkeit bei den Rüstungsprojekten ist heute wenig zu spüren. Im Gegenteil: Das FCAS, an dem Airbus, Dassault und die spanische Firma Indra Sistemas beteiligt sind, ist mittlerweile zu einem Streitthema der deutschen und französischen Flugzeugindustrie geworden.
Und auch beim deutsch-französischen Panzerprojekt MGCS gibt es Probleme. Zwar hatten Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und sein französischer Kollege Sébastian Lecornu im April vergangenen Jahres ein sogenanntes Memorandum of Understanding über die weitere Zusammenarbeit unterzeichnet. Doch parallel treibt Deutschland mit zehn weiteren Ländern das Projekt Main Armoured Tank of Europa (Marte) voran. Ziel ist ebenfalls ein Kampfpanzer der Zukunft. Aber ohne Frankreich.