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KommentarUnternehmen sind bei Arbeitszeitbetrug nicht hilflos

Auf der Plattform Tiktok witzelt derzeit vor allem die Generation Z darüber, wie einfach es ist, Aperol Spritz zu trinken, statt zu arbeiten. Die Wirtschaft kann dagegen etwas tun.Franziska Telser 29.07.2025 - 08:08 Uhr
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Erholung vom Bildschirm: Ob Kaffeepausen zur Arbeitszeit gehören, lässt sich nicht ganz eindeutig beantworten. Foto: dpa

Sie machen Sport, stundenlang Pause oder geben zu viele Überstunden an: Immer wieder schummeln Beschäftigte bei der Arbeitszeit. Laut einer Studie des Marktforschungsinstituts Consumerfieldwork erledigen sieben von zehn Arbeitnehmern private Dinge, obwohl sie eigentlich arbeiten sollten.

Nach einem Aufruf des Handelsblatts im vergangenen Jahr meldeten sich mehr als 30 Personen, um davon zu berichten, warum und in welchem Umfang sie bei der Arbeitszeit betrügen. Und auf der Plattform Tiktok witzelt derzeit vor allem die Generation Z darüber, wie einfach es ist, Aperol Spritz zu trinken, statt zu arbeiten, oder sich zusätzliche Urlaubstage zu erschleichen.

Rund 70 Prozent der Unternehmen, auch das zeigt die genannte Studie, fürchten aufgrund von Arbeitszeitbetrug wirtschaftliche Schäden. Und nicht nur das: Es geht auch Vertrauen verloren – und Fairness im Team. Kommt ein Kollege mit seinem Betrug durch, kann das außerdem einen Ansteckungseffekt haben – und den Anreiz für andere erhöhen, es mit der Arbeitszeit nun ebenfalls nicht mehr so genau zu nehmen.

Es ist deshalb richtig, dass Unternehmen in solchen Fällen hart durchgreifen. Nicht ohne Grund bekommen Arbeitgeber vor Arbeitsgerichten oft recht, wenn sie einem Mitarbeiter fristlos gekündigt haben, der massiv bei seiner Arbeitszeit betrogen hat. Trotzdem muss gelten: Bekämpft werden sollten auch beim Arbeitszeitbetrug die Ursachen – nicht nur die Symptome.

Arbeitszeitbetrug

40 Stunden bezahlt werden, 20 arbeiten – So betrügen Arbeitnehmer ihre Chefs

Beschäftigte betrügen Fachleuten zufolge vor allem aus drei Gründen bei der Arbeitszeit: wegen fehlender Motivation, mangelnder Wertschätzung und vor allem unklarer und nicht angepasster Ziele. Wenn ein Vorgesetzter über Wochen hinweg nicht bemerkt, dass ein Mitarbeiter deutlich weniger arbeitet, als er sollte, dann ist das ein Fall von Führungsversagen. Konkrete Ziele wurden hier entweder überhaupt nicht gesetzt – oder nicht richtig.

Das Gespräch suchen

Ein erster Schritt ist deswegen: das Gespräch suchen. Wie lange braucht ein Mitarbeiter für eine Aufgabe? Was sind realistische Ziele, und wie können diese nachgehalten werden, ohne dass sich der Beschäftigte kontrolliert fühlt?

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Ein weiterer Faktor ist die Bindung zum Unternehmen. Wer sich vom Arbeitgeber nicht wertgeschätzt fühlt – das zeigt etwa eine aktuelle Untersuchung der Personalvermittlung Randstad – ist weniger motiviert und dadurch auch weniger produktiv.

Die langfristige Managementstrategie im Kampf gegen Arbeitszeitbetrug sollte also lauten: Vorgesetzte arbeiten an einem Umfeld, in dem sich Mitarbeiter für ihre Arbeit, ihr Team und die Performance ihres Unternehmens verantwortlich fühlen.

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