Lula da Silva: Angst vor Trump? Nicht Brasiliens Präsident
Salvador. Wenn es um Donald Trump geht, setzen die meisten Staaten auf die hohe Kunst der Diplomatie. Sie schmeicheln dem US-Präsidenten, machen Zugeständnisse, versuchen, in Zollverhandlungen das Schlimmste zu verhindern.
Ganz anders Brasilien.
Seit zwei Wochen eskaliert der Streit zwischen den beiden Ländern. Ausgelöst wurde er durch Trumps Drohung, die Zölle auf brasilianische Produkte um 50 Prozent zu erhöhen, sollte der Prozess gegen den ehemaligen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro nicht beendet werden.
Luiz Inácio Lula da Silva zeigte sich unbeeindruckt. Inzwischen trägt Bolsonaro auf Anweisung des Obersten Gerichts wegen Fluchtgefahr eine elektronische Fußfessel. Die USA wiederum haben fast alle Richter dieses Gerichts mit einem Einreiseverbot belegt. Und Präsident Lula schlägt mit Worten zurück: „Kein Gringo wird diesem Präsidenten Befehle erteilen“, giftete er kürzlich in Richtung Washington.
Es ist die schwerste außenpolitische Krise zwischen beiden Staaten seit einem Jahrhundert – und ein Ende ist nicht in Sicht. Denn wie Trump verfolgt auch Lula mit kalkulierten Provokationen in Richtung Washington innenpolitische Ziele.