USA: Trump will Pharma-Bosse zu Preissenkungen zwingen
New York, Frankfurt. Bei seinen Bemühungen um deutlich niedrigere Medikamentenpreise will US-Präsident Donald Trump große Pharmakonzerne in die Pflicht nehmen. Binnen 60 Tagen sollten Hersteller wie Eli Lilly, Novartis und Boehringer Ingelheim sicherstellen, dass US-Verbraucher stärker von einer Bestpreisgarantie für Medikamente profitieren und neue Arzneien automatisch zum niedrigsten Preis angeboten werden.
Zudem sollen im Ausland erzielte Mehreinnahmen an amerikanische Patienten und Steuerzahler zurückfließen, wie Trumps Sprecherin Karoline Leavitt am Donnerstag erklärte. In Briefen an 17 große Pharmakonzerne setzte er eine Frist bis zum 29. September.
Einige der betroffenen Unternehmen, darunter die zum deutschen Merck-Konzern gehörende EMD Serono, teilten mit, sie seien offen für eine Zusammenarbeit mit der US-Regierung. Boehringer erklärte auf Anfrage, man werde weiterhin konstruktiv mit Regierungen, Aufsichtsbehörden und Patientenorganisationen zusammenarbeiten, um „sicherzustellen, dass Patienten Zugang zu erschwinglichen Medikamenten haben und medizinische Innovationen für lebenswichtige Behandlungen weiterhin möglich sind“.
Für Trump sind günstigere Medikamentenpreise ein wichtiges Thema: Bereits Mitte Mai unterzeichnete er ein entsprechendes Dekret. In den USA gibt es bislang keine zentrale staatliche Regulierung dafür. Die Pharmaindustrie entscheidet weitgehend darüber, wie viel Arzneien kosten, während der Staat nur begrenzt Einfluss darauf hat. In Deutschland gibt es hingegen Regulierungen.