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Illustration des Weißen Hauses: Der Umbau der Machtzentrale durch Trump erfolgt auch buchstäblich. Foto: Adrià Fruitós

USAWie Donald Trump ein autokratisches System errichtet

Durchsetzungsstark, regelbrechend, skrupellos – Donald Trump könnte als der wirkmächtigste Präsident in die US-Geschichte eingehen. Eine Nahaufnahme aus der Zentrale der Macht.Annett Meiritz 22.08.2025 - 04:00 Uhr Artikel anhören
  • Wie kaum ein anderer US-Präsident zuvor richtet Donald Trump die Machtverhältnisse auf seine Person aus. Das zeigt sich nach wenigen Monaten im Amt im Weißen Haus – durchaus auch architektonisch.
  • Der Umbau des vielleicht berühmtesten Amtssitzes der Welt besitzt dabei große Symbolkraft: Die Führungsmacht des Westens, der freien Welt, steht vor einem Umbau, der bis an das Fundament der amerikanischen Demokratie reicht.
  • Doch was heißt das konkret? Was macht das mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Weißen Haus – und wer arbeitet trotz Druck und angstvollem Schweigen noch dagegen an? Ein Report aus nächster Nähe.

Washington. An einem Dienstag im August um 10.48 Uhr hören Reporter im James S. Brady Press Briefing Room ein Poltern über sich. Ein Trupp Secret-Service-Agenten bewegt sich auf dem Dach – und mit ihnen der Präsident. „What?!“, entfährt es den Journalisten. Trump steht dort oben mit ausgebreiteten Armen wie ein Prediger.

Er inspiziert sein neuestes Projekt: Der Ostflügel des Weißen Hauses soll auf die Größe der Dresdner Semperoper wachsen, finanziert von ihm selbst und „patriotischen Spendern“. Trump ruft vom Dach: „Ich gebe mein eigenes Geld für unser Land aus. Aber das interessiert ja niemanden.“

Andere Präsidenten behalfen sich für Staatsbankette mit Zelten. Tatsächlich wirkt das Weiße Haus auf Besucher kleiner als erwartet – zu klein für Trump, der einen Ballsaal für 650 Gäste braucht. KI-Modelle zeigen Weiß und Gold, Kassettendecken, Kronleuchter, raumhohe Fenster. „Exquisit“, schwärmt er. „Endlich sind wir Weltklasse.“

Das Weiße Haus, das Trump in seiner ersten Amtszeit als „Schrottbude“ bezeichnete, ist nun sein Refugium, wie seine Golfclubs in Miami oder Dubai. Er ließ gigantische Fahnenmasten in die Wiesen rammen und vergoldete das Oval Office zum Zarenpalast. Der Rosengarten, einst Rasenfläche, ist zubetoniert. Man sei dort „im Matsch versunken“, hatte sich Trump beschwert.

Die ambitionierten Sanierungstätigkeiten des Präsidenten am Headquarter der USA wären nicht weiter von Belang, stünden sie nicht symbolisch für etwas viel Größeres, nämlich für einen politischen Neuanfang der Führungsmacht des freien Westens, der fundamentaler nicht sein könnte.

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