Musterdepot: Die Abhängigkeit von politischen Signalen bleibt an der Börse groß
München. Die internationalen Finanzmärkte bewegen sich derzeit zwischen Zuversicht und Vorsicht. In den USA hat der marktbreite Index S&P 500 im August neue Rekordstände erreicht, ehe er vier Verlusttage aneinanderreihte. Seit Jahresbeginn liegt er auf US-Dollar-Basis aber mittlerweile fast zehn Prozent im Plus.
Getrieben wird diese Entwicklung vor allem von der Erwartung, dass die US-Notenbank Fed im September die Zinsen senken wird. Die Zinshändler in den USA sehen eine Wahrscheinlichkeit von 82 Prozent für eine Lockerung – trotz widersprüchlicher Wirtschaftsdaten.
Der Verbraucherpreisindex für Juli zeigte, dass die jüngsten Zollerhöhungen die Preise zwar anheben, bislang aber ohne starken inflationären Schub. Gleichzeitig meldeten die Produzentenpreise den größten monatlichen Anstieg seit drei Jahren – ein mahnendes Signal.
Im Mittelpunkt steht nun die Rede von Fed-Chef Jerome Powell auf dem Notenbanktreffen in Jackson Hole. Sollte er die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen dämpfen, könnte das den jüngsten Optimismus der Märkte rasch relativieren.
Europa präsentiert sich im internationalen Vergleich robust. Die Anleger reagierten erleichtert auf das Washington-Treffen zwischen den USA, Europa und der Ukraine. Zwar brachte es keine substanziellen Fortschritte, doch die Aussicht auf bilaterale Gespräche zwischen den Parteien wird als positives Signal gewertet.