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BYDAktie fast vier Prozent im Minus – Autobauer senkt offenbar Absatzziel

Der chinesische Elektroautobauer verzeichnet das schwächste Wachstum seit fünf Jahren. Der steigende Wettbewerb setzt BYD unter Druck – die Zeit der Rekorde könnte vorbei sein. 04.09.2025 - 14:10 Uhr Artikel anhören
BYD-Neuwagen: Die Anzeichen dafür, dass die Ära der Rekordexpansion zu Ende gehen könnte, steigen. Foto: Bloomberg

Düsseldorf. Der chinesische Elektroautobauer BYD soll sein Absatzziel für das laufende Jahr um 16 Prozent auf 4,6 Millionen Fahrzeuge gesenkt haben. Das berichten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

BYD verzeichnet das geringste Jahreswachstum der vergangenen fünf Jahre. Die Anzeichen dafür, dass die Phase der Rekordexpansion enden könnte, mehren sich.

Im März kündigte Chinas größter Automobilhersteller noch an, für 2025 einen Absatz von 5,5 Millionen Fahrzeugen anzustreben. Insider berichten Reuters jedoch, dass der Wert in den vergangenen Monaten intern mehrfach nach unten korrigiert wurde.

Zur besseren Planung soll das nun publik gewordene Absatzziel von mindestens 4,6 Millionen Fahrzeugen im vergangenen Monat intern kommuniziert und ausgewählten Zulieferern mitgeteilt worden sein. Der angepasste Zielwert könne sich je nach Marktbedingungen jedoch erneut ändern.

Die in Hongkong gehandelten BYD-Aktien reagierten entsprechend und notierten am Donnerstag 3,1 Prozent im Minus.

Steigender Wettbewerbsdruck

Gründe für die gesenkten Absatzziele nannten die Insider der Nachrichtenagentur nicht, verwiesen jedoch auf den zunehmenden Wettbewerb. BYD steht durch Konkurrenten wie Geely Auto und Leapmotor unter Druck.

Erst vergangene Woche meldete BYD einen Rückgang des Quartalsgewinns um 30 Prozent – der erste seit mehr als drei Jahren. Auf Anfrage nach einer Stellungnahme reagierte das Unternehmen nicht.

5,5
Millionen Fahrzeuge
wollte BYD 2025 ursprünglich verkaufen.

Das angepasste Ziel, das bisher nicht offiziell verkündet wurde, liegt unter den zuletzt gesenkten Prognosen der Analysten. Die Deutsche Bank gab diese Woche bekannt, dass sie mit einem Absatz von 4,7 Millionen BYD-Fahrzeugen rechnet, Morningstar geht von 4,8 Millionen aus. Das ursprüngliche Verkaufsziel von 5,5 Millionen Fahrzeugen hat BYD in den ersten acht Monaten dieses Jahres nur zu etwa 52 Prozent erreicht.

Der Zielwert von 4,6 Millionen verkauften Fahrzeugen würde einem Wachstum von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprechen. Dies wäre das geringste jährliche Wachstum seit 2020. Damals gingen die Verkäufe um sieben Prozent zurück.

Der zurückhaltende Ausblick des chinesischen Autobauers spiegelt auch den deflationären Druck wider, der auf der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt lastet. Die chinesische Inlandsnachfrage leidet unter einem anhaltenden Abschwung auf dem Immobilienmarkt.

Vom Newcomer zu Chinas größtem Autobauer

Innerhalb weniger Jahre konnte sich BYD vom Newcomer zu einem der weltweit bedeutendsten Automobilhersteller entwickeln. Ein Großteil der Produktion erfolgt in-house, wodurch das Unternehmen die Kosten niedrig halten und gleichzeitig innovative Funktionen einführen konnte.

Der Absatz von reinen Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybriden stieg zwischen 2020 und 2024 um das Zehnfache, auf 4,3 Millionen Fahrzeuge. Damit liegt BYD in Bezug auf den weltweiten Absatz gleichauf mit General Motors und Ford.

BYD-Elektrofahrzeuge des Typs Dolphin: Kleinwagen machen den Großteil vom Inlandsabsatz des Unternehmens aus. Foto: Rachen Sageamsak/XinHua/dpa

Inzwischen mehren sich jedoch Anzeichen einer Abschwächung, insbesondere auf dem Hauptmarkt China. Das Land macht fast 80 Prozent des Umsatzes aus und ist seit Jahren von einem erbitterten Preiskampf geprägt.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters im Juni berichtete, hat BYD die Produktion gedrosselt und die geplante Kapazitätserweiterung in seinen chinesischen Fabriken verzögert. Die Produktion von BYD ging im August bereits den zweiten Monat in Folge zurück. Der Autobauer verzeichnete damit den ersten aufeinanderfolgenden Monatsrückgang seit 2020.

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BYDs Absatz von Kleinwagen für weniger als 150.000 Yuan (21.000 US-Dollar) ging im Juli gegenüber dem Vorjahr um rund zehn Prozent zurück. Das geht aus einer Analyse von Reuters und der chinesischen Autodatenplattform Datadic hervor. Kleinwagen machen den Großteil des Inlandsabsatzes des Unternehmens aus.

Der Konkurrent Geely steigerte seinen Absatz im Preissegment der Kleinwagen im Juli dagegen um 90 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Konzern hat sein Absatzziel für 2025 zuletzt von 2,71 Millionen auf drei Millionen Fahrzeuge angehoben.

lsw, rtr
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