E-Autos: Wie reagiert BYD auf den stockenden Absatz?
Düsseldorf, Peking. Der chinesische E-Auto-Hersteller BYD produziert derzeit deutlich mehr Fahrzeuge, als er verkauft. Das geht aus Produktionsdaten des Datendienstleisters Marklines hervor, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegen. Demnach schwächelt BYD besonders auf dem Heimatmarkt und muss zeitweise seine Produktion drosseln.
Insgesamt ist der chinesische Elektroauto-Markt in den ersten drei Monaten des Jahres um mehr als 45 Prozent gewachsen. BYD hingegen kam auf ein Wachstum von gerade einmal 5,5 Prozent.
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Bislang hatte der Konzern die Produktion von Elektroautos fortwährend gesteigert. Auf dem heimischen Markt verkaufte er mehr Fahrzeuge als Volkswagen, Anfang 2024 löste er den US-Hersteller Tesla als weltgrößten Produzenten von E-Autos ab.
Für dieses Jahr peilte BYD den Verkauf von 5,5 Millionen Elektrofahrzeugen an, tatsächlich zeichnete sich Ende Mai ein Überhang von mehr als 340.000 unverkauften Autos ab – mehr als im gesamten Vorjahr. Auf den stockenden Absatz reagiert der Konzern mit zwei Maßnahmen.
Zum einen versucht BYD aufgrund des zunehmenden Preiswettbewerbs, die Konkurrenz preislich massiv zu unterbieten, was in der Branche deutliche Kritik hervorruft. Zum anderen treibt der Konzern seine Expansion im Ausland voran.
Gründer Wang Chuanfu kündigte im März an, den Export 2025 auf mehr als 800.000 Fahrzeuge zu verdoppeln. Dabei greift der Konzern allerdings auch auf höchst umstrittene Methoden zurück.