AfD: Wie sich die CDU im Osten gegen den Durchmarsch der AfD stemmt
Bad Kösen, Berlin. Soll niemand sagen, die CDU in Sachsen-Anhalt könne nicht feiern wie die Kavallerie eines Napoleon. Der Feldherr an diesem Herbsttag: Reiner Haseloff. Neben ihm sein Hauptmann: Sven Schulze, Weinbauminister und CDU-Spitzenkandidat, der in einem Jahr Haseloffs Nachfolger als Ministerpräsident werden soll.
Mit einem Säbel in der einen und einer Sektflasche in der anderen Hand steht der 46-jährige Schulze im Innenhof des Landesweinguts im nauemburgischen Bad Kösen. Gleich soll er die Flasche mit einem Hieb köpfen – so wie einst Napoleons Soldaten, wenn sie ihre Siege feierten.
„Du löst die Aufgabe“, spricht Haseloff ihm Mut zu. Um die Sabrage zu vollenden, führt Schulze die Flasche schräg von sich weg, zögert, verzieht das Gesicht – und schlägt mit der Klinge schwungvoll den Hals samt Korken ab. Der Schaumwein sprudelt. „Unser Spitzenkandidat“, jubiliert Haseloff. „Wir haben den richtigen Mann.“
Die CDU in Ostdeutschland rüstet sich 35 Jahre nach der deutschen Einheit für die entscheidende Schlacht. Wenn im kommenden Jahr in Sachsen-Anhalt gewählt wird, geht es um mehr als die Staatskanzlei in Magdeburg: Kann die Union den Durchmarsch der AfD noch einmal stoppen, so wie im vergangenen Jahr in Sachsen und Thüringen? Oder wird die vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestufte Partei zum ersten Mal einen Ministerpräsidenten in Deutschland stellen?