Private Equity: Investoren suchen Übernahmeziele im deutschen Rüstungssektor
Produktion beim Flugzeughersteller Airbus: Eines der größten europäischen Unternehmen am Rüstungsmarkt. Foto: Airbus
Frankfurt. Private-Equity-Investoren wenden sich immer häufiger einer Branche zu, die in der Szene lange Zeit als uninteressant galt: Rüstung. Besonders in Deutschland sehen Finanzinvestoren viele lukrative Übernahmeziele.
- So sagt Henri Marcoux, stellvertretender CEO beim französischen Private-Equity-Haus Tikehau Capital: „Wir beobachten viele Pläne von Finanzinvestoren, entweder eine Verteidigungsstrategie zu starten oder in Unternehmen der Verteidigungsindustrie zu investieren.“
- Martin Sumner, der beim US-Finanzinvestor Carlyle das globale Industriegeschäft leitet, betont: „Wir glauben an das Wachstum des deutschen Verteidigungssektors. Das ist eine Branche, die wir sehr spannend finden.“
- Auch Julian Schoof, Leiter des Investmentbankings der Deutschen Bank in Deutschland, Österreich und der Schweiz, betont: „Das Interesse deutscher und internationaler Investoren an dem Sektor ist aktuell so groß wie nie zuvor.“
Experten warnen jedoch vor zu viel Euphorie: Die Verteidigungsbranche habe eine Reihe von Eigenschaften, mit denen sich Private Equity traditionell schwertue. Es bestehe die Gefahr, dass sich manches Engagement als weniger lukrativ herausstelle, als es auf den ersten Blick scheine.
Und obwohl der deutsche Rüstungssektor boomt, könnten ausgerechnet deutsche Fonds im Wettbewerb um die besten Portfoliofirmen ins Hintertreffen geraten.