Verteidigung: Minister oder Mittler? Boris Pistorius’ schwierige Mission
Berlin. Wenn Boris Pistorius durch die Welt tourt, so tut er das in erster Linie als Verteidigungsminister. Doch in zweiter Rolle ist der SPD-Politiker immer als eine Art Handlungsreisender unterwegs. So war es auch bei seiner mehrtägigen Reise nach Island, Kanada und Großbritannien, die am Donnerstag zu Ende ging.
Der Verteidigungsminister vereinbarte, dass deutsche Kampfschiffe, U-Boote und Versorger Anlaufpunkte in isländischen Häfen haben. Und mit seinem britischen Amtskollegen John Healey verabredete er, dass deutsche und britische Besatzungen gemeinsam über der Nordsee Patrouille mit Seefernaufklärern fliegen und beide Länder beim Schutz der militärischen Cybersysteme stärker kooperieren.
Im kanadischen Ottawa trat Pistorius dann vor allem als Handlungsreisender auf. Gemeinsam mit seinem norwegischen Amtskollegen Tore Sandvik versuchte er, Kanada als Kunden für das U-Boot 212 CD zu gewinnen, das in deutsch-norwegischer Koproduktion bei TKMS in Deutschland gebaut wird.
Doch während sich Pistorius im Ausland als Türöffner für die deutsche Industrie versteht, gibt es zu Hause Bestrebungen, ausländische Rüstungsunternehmen von Aufträgen auszuschließen.