Aktien: Norwegens Staatsfonds setzt ethisch begründete Verkäufe aus
Oslo. Das norwegische Parlament hat die ethisch begründeten Verkäufe von Unternehmensanteilen aus seinem Staatsfonds vorübergehend ausgesetzt. Während der rund einjährigen Pause sollen die Richtlinien des 2,1 Billionen Dollar schweren weltgrößten Staatsfonds grundlegend überarbeitet werden, wie Finanzminister Jens Stoltenberg am Dienstag im Parlament in Oslo sagte.
Der Schritt erfolgt angesichts internationaler Kritik, insbesondere aus den USA. Das Außenministerium in Washington hatte sich im September „sehr beunruhigt“ über die Entscheidung des Fonds gezeigt, sich von Anteilen am Baumaschinenhersteller Caterpillar zu trennen. Grund war der Einsatz von Produkten des Unternehmens durch israelische Behörden im Gazastreifen und im besetzten Westjordanland.
„Die Welt hat sich verändert, seit die ethischen Richtlinien erstmals verabschiedet wurden“, sagte Stoltenberg. „Die Regeln müssen überprüft werden.“ Diese stammen aus dem Jahr 2004 und verbieten unter anderem Investitionen in Unternehmen, die an schweren Menschenrechtsverletzungen in Kriegs- oder Konfliktsituationen beteiligt sind. Ein unabhängiges Ethikgremium untersucht Vorwürfe und gibt Empfehlungen für den Verkauf von Anteilen ab.