Kommentar: Auf die Meisterschaft im Sparen sollten wir nicht stolz sein

Wenn die Zeiten ungemütlich werden, halten wir unser Geld zusammen. Das ist nicht nur in Deutschland so, sondern auch in ganz Europa. Laut dem Statistikamt Eurostat beträgt die Sparquote im Euro-Raum derzeit 15,45 Prozent.
Das ist der höchste Stand seit Einführung des Euro. Die Deutschen sind sogar Europameister im Sparen. Hier liegt die Quote bei mehr als 19 Prozent. Das mag angesichts der unsicheren Zeiten vernünftig klingen, ist es aber nur auf den ersten Blick.
Wer einen Blick ins große Sparschwein der Deutschen wirft, stellt fest, dass etwa 3,5 Billionen Euro auf Girokonten, Tagesgeld- oder Festgeldkonten liegen. Dieses Geld ist größtenteils so niedrig verzinst, dass es durch die Inflation stetig an Wert verliert. Auf diese Weise verlieren die Menschen in diesem Land Jahr für Jahr zig Milliarden Euro. Das ist kein neues Phänomen, sondern seit Langem bekannt.
Ebenso bekannt ist, dass nur Investments in Aktien nachhaltig die Inflation schlagen können. Langfristig sind mit einem breit aufgestellten Aktienportfolio jährlich zwischen sechs und acht Prozent Rendite möglich.
Wie jeder Einzelne sein Geld besser anlegen kann
Beginnt nun jede oder jeder Einzelne in diesem Land, nur einen Teil seines Geldes am Aktienmarkt zu investieren, hat dies zunächst zwei positive Effekte: Der Wert unserer Ersparnisse bleibt erhalten, und wir schaffen es, uns die Rente anzusparen, die uns der Staat nicht mehr bieten kann. Aber nicht nur deswegen ist es an der Zeit, von Sparern zu Anlegern zu werden.
Aktionäre stellen Unternehmen das notwendige Kapital zur Verfügung, um ihrerseits zu investieren. Richtig gelenkt, sorgen diese Unternehmen dafür, die Infrastruktur, die Bildung, Forschung und Verteidigung dieses Landes zu stärken. So gelingt es uns, nicht nur die eigene Rente aufzubessern, sondern auch, dieses Land zu modernisieren.