Börsengang: Getyourguide strebt Bewertung von fünf Milliarden Dollar an
Berlin. Frankfurt. Die Reiseerlebnisplattform Getyourguide will noch in diesem Jahr an die Börse gehen. Das erfuhr das Handelsblatt von mehreren mit der Angelegenheit vertrauten Personen. Demnach könnte der Prozess für den Börsengang (IPO) noch im ersten Halbjahr starten.
Dabei strebt die Berliner Firma den Insidern zufolge einen deutlichen Bewertungsaufschlag an. Bei der letzten Finanzierungsrunde, die bereits zweieinhalb Jahre zurückliegt, wurde Getyourguide noch mit zwei Milliarden Dollar bewertet. Bei dem Börsengang, der an der Wall Street erfolgen soll, soll nun eine Bewertung von fünf Milliarden Dollar angepeilt werden. Getyourguide war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.
Wirtschaftlich läuft es für Getyourguide derzeit rund. Im Oktober teilte die von Mitgründer Johannes Reck geführte Firma mit, dass sie seit gut einem Jahr profitabel ist, zumindest auf Basis des bereinigten Betriebsergebnisses (Ebitda). Zugleich stand das Unternehmen damals kurz davor, auf Jahressicht die wichtige Umsatzmarke von einer Milliarde Euro zu überwinden.
Konkurrenz durch Airbnb
Derzeit profitiert die Firma davon, dass Menschen ihr Geld zunehmend für Urlaube, Konzerte oder Reisen ausgeben – und weniger für Kleidung, Technik und Kosmetik. Getyourguide gilt als Pionier beim Onlineverkauf von Erlebnissen. Zuletzt hat sich die Firma darauf konzentriert, ihr Geschäft in den USA auszubauen.
Getyourguide ist einer von mehreren Online-Marktplätzen, die um die Reisebudgets der Verbraucher konkurrieren. Kürzlich brachte auch die Reiseplattform Airbnb eine überarbeitete App auf den Markt, mit der Nutzer Luxusreisen und Zeit mit Prominenten buchen können.
Lange Zeit wurde bereits 2024 mit dem Börsengang gerechnet. Damals hatte Getyourguide den Schritt an den Kapitalmarkt mit Blick auf die Marktschwankungen allerdings weiter verschoben.
Dass auch diesmal noch etwas dazwischenkommen kann, zeigte das vergangene Jahr. Lediglich ein deutsches Unternehmen, der Prothesenhersteller Ottobock, schaffte es in den streng regulierten Prime Standard der Deutschen Börse. Hoffnungsträger wie das Pharmaunternehmen Stada wurden verkauft, Kandidaten wie Brainlab und Autodoc zogen ihre Pläne kurzfristig zurück.
Inzwischen gibt es in Deutschland wieder mehrere Anwärter für einen Börsengang in diesem Jahr. Dazu gehören neben Getyourguide das Fintech Raisin und die Softwarefirma Celonis sowie die Aufzugsparte von Thyssenkrupp, TK Elevators.