Investor Paul Singer: Argentiniens Staatsfeind Nummer eins
Paul Singer, Gründer des Hedgefonds Elliott Management, gilt als unerbittlicher Investor.
Foto: BloombergDüsseldorf. Der Pleitegeier hat ein Gesicht: Graues Haar, grauer Vollbart, runde Brille, strenger Blick. Es ist das Gesicht von Paul Singer, Hedgefonds-Manager und Milliardär. Seit heute gilt er als der Mann, der Argentinien in die Pleite getrieben hat.
Singer ist Wortführer einer Gruppe von Investoren, die das südamerikanische Land auf Rückzahlung von Schulden in Höhe von 1,3 Milliarden Dollar verklagt hatten. Argentinien verweigerte die Zahlung. Die Hedgefonds lehnten einen Kompromiss ab. Die Frist, doch noch zu einer Einigung zu kommen, ist in der vergangenen Nacht abgelaufen. Damit wird das Land zum zweiten Mal innerhalb von 13 Jahren offiziell als zahlungsunfähig eingestuft.
Die Argentinier sehen in Singer den Hauptschuldigen ihrer Misere. Argentiniens Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner geißelte ihn und seine Mitstreiter als „Geierfonds“. Kein Präsident einer souveränen Nation könne sein Land einer solchen Erpressung unterwerfen. In einer beispiellosen Aktion schaltete die argentinische Regierung weltweit ganzseitige Zeitungsanzeigen. Singer sei ein „gieriger Spekulant“, hieß es darin.