Ermittlungen gegen Patrick Sensburg: CDU-Bundestagsabgeordneter soll Immunität verlieren
Er gilt als Nachwuchshoffnung in der CDU: Der Vorsitzende im NSA-Untersuchungsausschuss, Patrick Sensburg (CDU, rechts). Doch nun könnte seine Karriere einen Knacks bekommen.
Foto: dpaBerlin. Um wegen des Verdachts auf Körperverletzung ermitteln zu können, will die Staatsanwaltschaft Berlin laut einem Pressebericht die Immunität des Bundestagsabgeordneten Patrick Sensburg (CDU) aufheben lassen. Die „Bild am Sonntag“ berichtete über einen entsprechenden Antrag der Justiz an den Bundestag. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte AFP auf Anfrage, der Sachverhalt werde geprüft.
Hintergrund sind Vorwürfe gegen Sensburg, seine Freundin geschlagen zu haben. Nach einem Streit in der Berliner Wohnung des Politikers im Dezember hatte die Frau zunächst Strafanzeige gestellt, sie dann Anfang Januar aber wieder zurückgezogen. Sensburg selbst hatte von einer „Riesenauseinandersetzung“ gesprochen, aber bestritten, die Frau geschlagen oder gewürgt zu haben. Laut dem Bericht der „Bild am Sonntag“ liegen den Behörden jedoch „umfangreiche Erkenntnisse für Gewalteinwirkung“ vor, darunter ärztliche Befunde und Polizei-Fotos.
Die Zeitung zitierte eine Mitteilung von Sensburgs Anwalt: „Mein Mandant hat sich entschuldigt und die beiden haben sich versöhnt. Normalerweise wäre die Angelegenheit damit erledigt und jede Staatsanwaltschaft würde die Akte schließen, da das Verfahren sowieso eingestellt wird.“ Der Anwalt der Frau, die offenbar inzwischen mit Sensburg verlobt ist, erklärte demnach: „Meine Mandantin hat keinerlei Interesse an einer Strafverfolgung ihres Verlobten.“
Sensburg sitzt seit April dem Untersuchungsausschuss zur Affäre um den US-Geheimdienst NSA vor. Dem Bundestag gehört er als direkt gewählter Abgeordneter des Hochsauerlandkreises in Nordrhein-Westfalen an.