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Clement & SchneiderNeues Galeriehaus in Bonn

Die „kunstgaleriebonn“ hat einen chicen Neubau bezogen und firmiert nun unter dem Namen „Clement & Schneider“. Dahinter stehen Gisela Clement und Michael Schneider. Dritter Geschäftsführer ist der Fotograf Christoph Jaschke. Zum Auftakt zeigen sie eine Accrochage.Konstantin Alexiou 25.06.2015 - 11:28 Uhr Artikel anhören

Arbeiten von John Zinsser in der Ausstellung "Intro" bei Clement & Schneider in Bonn. Quelle: Clement & Schneider, Foto: Christoph Jaschke

Foto: Handelsblatt

Bonn. Von der alten Galerie aus konnte man den Neubau der Galerie Clement & Schneider wachsen sehen. In direkter Nachbarschaft zur Villa Faupel an der Bonner Lotharstraße hat Gisela Clements Bruder Uwe Schröder das exquisite Galeriehaus errichten lassen. Der gesamte Gebäudekomplex wird im September 2015 eingeweiht. Dann findet auch die Kinderkunstschule, die von Clements Schwester Birgit Schröder geleitet wird, einen neuen Platz. Die Kunstpädagogin kooperiert seit über drei Jahren mit der benachbarten Galerie, veranstaltet Vermittlungs- und Malworkshops für Kinder.

Gisela Clement und Michael Schneider sind seit 2010 Partner in der Lotharstraße. Als dritter Geschäftsführer fungiert der Fotograf Christoph Jaschke. Schneider ist bereits seit 1995 Kunsthändler. Noch zu Studienzeiten gründete er aus einem Projektraum heraus seine Galerie für zeitgenössische Kunst im Villenviertel in Bad Godesberg. „Ich war mit der Entwicklung der Galerie durchaus zufrieden“, sagt er. „Die Aussicht auf ein eigenes Gebäude war aber natürlich sehr verlockend.“ Gisela Clement lernte er als Besucherin seiner Ausstellungen und über den Künstler Detlef Beer kennen. Den hatte Schneider damals schon im Programm.

Malerei mit Fragen an sich selbst

Für die Auftaktausstellung im zweistöckigen Haus, das sogar mit einer Piazza aufwarten kann, versammelten Clement & Schneider alle 22 von ihnen vertretenen Künstler zu einer korrespondierenden Präsentation. „Eine Bilanz über die letzten fünf Jahre unserer gemeinsamen Arbeit“, so Schneider. Gleichzeitig ein Blick in die Zukunft, da mit den Künstlern weiterhin gearbeitet werden soll.

Blick ins Treppenhaus auf Arbeiten von Stephen Westfall aus der Ausstellung "Intro", mit der die Galerie Clement & Schneider ihren Neubau eröffnet. Quelle: Clement & Schneider, Foto: Christoph Jaschke

Foto: Handelsblatt

Die Künstler verbindet, dass sie Fragen zu Form und Farbe bearbeiten, im besten Fall aber über einen reinen Formalismus hinausgehen oder wie Schneider beschreibt: „Es sind Positionen, die nichts abbilden, sondern Fragen an sich selbst richten, Techniken sichtbar machen, was wiederum poetische Interpretationsräume für den Betrachter schaffen soll.“

Farbige Seide über spiegelnde Flächen

Timo Kubes kleinformatige Arbeiten wirken zwar malerisch monochrom, bestehen jedoch aus farbigen Seidenstoffen, die er über Spiegelflächen gespannt hat (jeweils 600 Euro). Für ein größeres Diptychon hat der junge Künstler mehrere Folien über den Spiegel gelegt. Erst ihre Farben übereinander ergeben den Ton der sichtbaren Oberfläche (14.000 Euro).

Arbeiten von Antonio Scaccabarozzi in der Eröffnungsausstellung im Neubau von Clement & Schneider. Quelle: Clement & Schneider, Foto: Christoph Jaschke

Foto: Handelsblatt

Der 2008 verstorbene Italiener Antonio Scaccabarozzi führte diese Experimente noch mit Ölfarbe durch. Mehrere Schichten trug er auf die Leinwand auf, um monochrome Farbräume entstehen zu lassen (ab 11.640 Euro). Mit Scaccabarozzis Werken werden Clement & Schneider die erste Soloausstellung im neuen Haus begehen. Eine Überblickschau. Die Galerie arbeitet mit dem Nachlass in Deutschland.

Kompromisslose Programmarbeit

Die obere Etage des Neubaus wurde mit hohen Tageslichtdecken ausgestattet. Hier hängt eine Radierung der US-Amerikanerin Max Cole. Aus präzise verdichteten und ausbalancierten horizontalen Linien schafft Cole rhythmisch strukturierte Flächen (4.200 Euro). Auch der Iraner Hadi Tabatabai beschäftigt sich akribisch mit Linie, Fläche und Raum. Zwei Werke auf Papier werden für jeweils 1.700 Euro angeboten.

Im Treppenhaus hängen eine digital bearbeitete Fotografie der Brüder Maik und Dirk Löbbert (7.800 Euro) und eine Holzleistenarbeit von Martin Pfeifle (3.200 Euro). „Wir wollen keine Kompromisse, was das Programm betrifft“, betont Gisela Clement. „In der Galerie zeigen wir deswegen nur das, wovon wir beide überzeugt sind.“ Bei der Auswahl blieben kontroverse Diskussionen nicht aus. Die Künstler- und Sammlerbetreuung teilen sich die Galeristen.

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Clement ist außerdem Mitinitiatorin des Bonner Saisonstarts. Seit dem letzten Jahr findet im August ein geführter Rundgang durch die Museen, Galerien und freien Ausstellungsräume statt. Zu lange hatte sich die Bonner Kunstszene nämlich um einen gemeinsamen Auftritt nicht gekümmert.

„Intro“, bis 12. September 2015, Clement & Schneider, Bonn, Die. bis Fr. 14 bis 18 Uhr, Do. 14 bis 22 Uhr, Sa. 11 bis 15 Uhr, vom 28. Juni bis 17. August nur nach Vereinbarung.

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