Familie plant Zukäufe: Die Werhahns – eine unbekannte deutsche Dynastie
Angefangen mit dem Handel von Kohl, Hafer, Roggen und Buchweizen, inzwischen stellt die Firma auch Messer her und arbeitet im Bereich Finanzdienstleistungen mit Tesla zusammen.
Foto: HandelsblattNeuss. Über Geburten freuen sich Politiker und Ökonomen. Sie sehen darin ein Mittel gegen die Überalterung Deutschlands. Doch die erhoffte demografische Welle ist für ein Familienunternehmen herausfordernd.
„Die Zahl unserer Familiengesellschafter ist seit 2010 von 347 auf 409 gewachsen“, erklärt Anton Werhahn, seit 2005 Chef der einflussreichen Werhahn KG. Entsprechend mehr Ertrag müsse das Unternehmen in Zukunft abwerfen, sagt er im Handelsblatt-Interview. „Wir wollen auch durch Übernahmen wachsen“, verrät er noch, am liebsten rund um den Haushaltswarenhersteller Zwilling aus Solingen.
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Noch nie hat die Neusser Industriellenfamilie in ihrer 174-jährigen Tradition mit der Presse geredet. Sie blieb lieber unter sich. Damit reiht sich der zehntreichste Familienclan der Bundesrepublik – zu dem knapp 200 Firmen gehören – ein in die lange Reihe deutscher Industriedynastien, die im Verborgenen für die eigentliche Wirtschaftkraft des Landes sorgen. Sie sind die unbekannten Schwergewichte der Sozialen Marktwirtschaft.
Scheue Familienkonzerne
Vor wenigen Tagen erst erweiterte die verschwiegene Milliardärsfamilie Reimann, Inhaberin des Parfümimperiums Coty („Davidoff“, „Calvin Klein“), ihr Reich um den Shampoo-Hersteller Wella – für 12,5 Milliarden Dollar. Die Textilfamilie Brenninkmeijer, deren Wurzeln im Münsterland liegen, stemmt mit ihren C&A-Filialen fast ein Zehntel des deutschen Modehandels. Die Dynastie – geschätztes Vermögen: 21,5 Milliarden Euro – hat sich nach kurzzeitigem Bemühen um Transparenz wieder aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.