Mitgliederzahlen: Wie sich der BVMW groß rechnet
Prominentester Name im Bundeswirtschaftssenat.
Foto: dpaBerlin. Rund 270.000 Mitglieder hat der BVMW. So steht es in der öffentlichen Lobby-Liste beim Bundestag. Die darin genannten Werte beruhen auf Eigenangaben. Interne Zahlen und die Abo-Auflage der Mitgliederzeitschrift zeigen jedoch: Deutschlands angeblich größter freiwillig organisierter Mittelstandsverband hat wohl allenfalls gut 16.000 ernst zu nehmende Mitglieder.
Der BVMW rechnet sich mit der „Mittelstandsallianz“ groß, der 40 Partnerverbände angehören sollen. Allein 100.000 Unternehmer schreibt der Verband dem Krankenhaus-Kommunikations-Centrum (KKC) zu. Dem gehören etwa der Deutsche Verband der medizinischen Gipspfleger und Schwestern oder der Verband der Küchenleiter/innen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen an.
Telekom ist Hauptsponsor
Ein KKC-Sprecher erklärt: „Über unser Netzwerk erreichen wir rund 100.000 Adressaten. Man kann auf keinen Fall sagen, dass die alle vom BVMW vertreten werden.“ An Mittelstandsthemen seien vielleicht 20.000 Adressaten interessiert. Zur „Mittelstandsallianz“ zählt auch der Händlerbund. Der zählt in Onlinepräsenzen. Die „Stimme des Mittelstands“ spricht also hier für 40.000 Webseiten.
Bei allem Zauber: Der BVMW vertritt auch gestandene Industrieunternehmen. Die 200 wichtigsten Mitglieder bilden den „Bundeswirtschaftssenat“. Hinzu kommen 400 in den „Landeswirtschaftssenaten“. Mit dabei: der Heizungsbauer Viessmann, der Bio-Lebensmittelhändler Basic, der Schulbuchverlag Klett oder der Autovermieter Sixt. Prominentester Name im Bundeswirtschaftssenat: Deutsche Telekom AG. Die ist BVMW-Hauptsponsor und soll zuletzt 300.000 Euro bezahlt haben.