Dow Jones, Nasdaq, S&P 500: US-Märkte schließen uneinheitlich – Arbeitsmarktdaten schwach, Fluggesellschaften legen zu
In der berühmten Straße befindet sich der Sitz der New York Stock Exchange.
Foto: dpaNew York. Nach den jüngsten Kursgewinnen haben einige US-Anleger am Donnerstag Kasse gemacht. Die Wall Street schloss uneinheitlich. Der Standardwerteindex Dow Jones ging 0,1 Prozent höher auf 26.281 Punkten aus dem Handel. Der technologielastige Nasdaq gab 0,7 Prozent auf 9615 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500 büßte 0,3 Prozent auf 3112 Punkte ein.
Die Hoffnung auf eine rasche Erholung der Weltwirtschaft von der Corona-Krise hatte in den vergangenen Tagen die Kurse immer weiter steigen lassen. Immer mehr Experten warnen aber vor der nächsten Korrektur. „Bald kaufen nur noch Spielernaturen“, kommentierten die Charttechniker von Index Radar.
„Diese Atempause war fällig“, sagte Christopher Grisanti, Chef-Anlagestratege für Aktien beim Vermögensverwalter MAI. „Man darf nicht vergessen, dass Anleger inmitten der wahrscheinlich schlimmsten Rezession seit 80 Jahren ein großartiges Geschenk erhalten haben.“ Im Vergleich zu ihren Tiefs von Ende März notieren die US-Indizes rund 40 Prozent höher.
Die Entlassungswelle in den USA ging allerdings weiter. In der vergangenen Woche wurden knapp 1,9 Millionen Jobs gestrichen, etwas mehr als erwartet. Damit haben seit Ausbruch der Coronavirus-Krise rund 42 Millionen Amerikaner ihre Arbeit verloren. „Die Einstellungen sollten die Entlassungen inzwischen übertreffen“, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. „Offenbar holen Arbeitgeber ihre Leute nicht so schnell zurück wie erhofft.“
Blick auf die Einzelwerte
Ebay: Mit einem Kursplus von gut sechs Prozent gehörte Ebay zu den Favoriten am US-Aktienmarkt. Wegen des Booms beim Internet-Handel als Folge der Coronavirus-Restriktionen hob das Unternehmen seine Geschäftsziele für das laufende Quartal an. Die solide Zahl aktiver Nutzer, die internationale Expansion und die Sparmaßnahmen böten ebenfalls Rückenwind, lobten die Analysten des Research-Hauses Zacks.
Nio: Die Aktien des Tesla-Rivalen Nio rückten fast sieben Prozent vor. Der Elektroauto-Bauer lieferte im Mai nach eigenen Angaben 3436 Fahrzeuge aus, so viel wie noch nie und rund drei Mal so viel wie vor Jahresfrist.
American Airlines: Die Papiere von American Airlines legten 41 Prozent zu. Das ist der zweitgrößte Kurssprung der Firmengeschichte. Die Fluggesellschaft will ab Juli wieder mehr als die Hälfte der Inlandsverbindungen anbieten, nachdem im Mai rund 80 Prozent der Flüge wegen der Pandemie gestrichen worden waren. Im Windschatten von American Airlines gewannen die Titel der Rivalen Delta und United Airlines jeweils mehr als 13 Prozent.
Zoom: Ihrem Rekordlauf Tribut zollten die Anteile von Zoom Video mit einem Minus von gut sechs Prozent auf 210,35 Dollar. Der Anbieter von Software für Video-Konferenzen hatte jüngst mit starken Quartalszahlen und einem ebensolchen Ausblick überzeugt. Am Vortag war der Kurs mit 224,46 Dollar so hoch gestiegen wie nie seit dem Börsengang im April 2019.