Dow Jones, Nasdaq, S&P 500: Konjunkturhoffnung an US-Börsen – S&P 500 macht Jahresverluste wett
Auf dem Parkett der Wall Street geht es durch die Corona-Pandemie aktuell noch deutlich ruhiger zu.
Foto: APKöln. Zum Wochenauftakt haben die Kurse an der New Yorker Wall Street zugelegt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verbuchte am Montag ein Plus von 1,7 Prozent und stieg auf 27.572 Punkte, der technologielastige Nasdaq legte 1,1 Zähler zu auf 9924 Punkte und erreichte damit ein neues Rekordhoch. Der breiter gefasste S&P 500 legte 1,2 Prozent auf 3232 Zähler zu. Seit Jahresbeginn hat sich der S&P damit in den positiven Bereich vorgearbeitet.
Damit knüpft die Börse an die Rally der vergangenen Woche an, in der der Dow-Jones-Index knapp sieben Prozent zugelegt hatte. Die Nasdaq legte über die Woche immerhin drei Prozent zu und konnte am Freitag zwischenzeitlich gar ihren Allzeithoch-Schlusskurs vom Februar überwinden. Auch für den Dow-Jones-Index gab es die größten Gewinne am Freitag, ausgelöst durch überraschend gute US-Arbeitsmarktdaten.
Der überraschende Stellenaufbau im Mai sorge weiterhin für Zuversicht, sagte Jasper Lawler, Chefanalyst beim Finanzdienstleister London Capital Group: „Der überragende Arbeitsmarktbericht lässt Volkswirte von einer V-förmigen Erholung sprechen.“
Damit sind die US-Börsen auf dem besten Weg, die bisherigen Verluste des Jahres durch die Corona-Pandemie wieder aufzuholen. Dem S&P 500 ist das bereits gelungen. Seit seinem Jahrestief im März hat der Index mehr als 40 Prozent zugelegt.
Zur positiven Stimmung trug auch eine Ankündigung der US-Notenbank bei. Die Federal Reserve lockerte die Bedingungen ihres Kreditprogramms für kleinere und mittlere Unternehmen. Unter anderem wurden die Mindestsumme auf 250.000 Dollar von 500.000 Dollar gesenkt und die Zahlungsfristen verlängert. Die Fed rief in der Ankündigung die Banken dazu auf, sofort mit der Vergabe der Kredite zu beginnen.
Positive Impulse kamen am Montag auch aus China, wo der Automarkt Fahrt aufnimmt. Der Absatz sei zum ersten Mal nach fast einem Jahr wieder gestiegen, teilte der Branchenverband PCA (China Passenger Car Association) am Montag in Peking mit.
Demnach legten die Verkäufe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,9 Prozent auf 1,64 Millionen Fahrzeuge zu. Im Vergleich zum Vormonat habe das Absatzplus bei 12,3 Prozent gelegen, hieß es. Für das gesamte Jahr geht der Verband aber wegen der Corona-Pandemie dennoch von einem Absatzrückgang von zehn Prozent aus.
Anleger schauen in dieser Woche auf den kommenden Mittwoch, an dem die US-Notenbank Federal Reserve über ihren weiteren Kurs in der Krise beraten wird. Marktexperten erwarten allerdings keine großen neuen Ankündigungen.
Blick auf die Einzelwerte
American Airlines: Die Aktien von Reiseunternehmen sind generell gefragt: Die Titel von American Airlines legten über neun Prozent zu. Sie profitierten von den Hoffnungen auf eine rasche Konjunkturerholung und einer Rückkehr der Reiselust.
Boeing: Auch die Papiere des US-Flugzeugbauers waren gefragt und legten rund zwölf Prozent zu. Seit ihrem Tiefstpunkt im März haben sie 163 Prozent aufgeholt. Die Experten des Finanzdienstleisters Safran erklärten, der Boeing-Ausblick auf die Erholung des Luftfahrtmarktes sei vergleichsweise zurückhaltend, wenn man ihn mit der Entwicklung in früheren Rezessionen vergleiche. „Wir sind jetzt optimistischer.“
Devon: Der Schieferölförderer profitiert davon, dass sich die wichtigsten Öl-Förderländer am Wochenende darauf geeinigt haben, die Förderbremse um einen Monat zu verlängern. Die Aktien stiegen zum Handelsstart um fast acht Prozent. Auch die Papiere von Marathon oder Occidental Petroleum zogen ähnlich an.
Unter Druck gerieten dagegen die Aktien von den Firmen, die besonders stark von den Ausgangssperren profitiert hatten: Die Papiere des Video-Streamingdienstes Netflix gaben im Tagesverlauf bis zu 3,1 Prozent nach und schlossen im Minus. Die Aktien des Videokonferenz- und Messaging-Anbieters Zoom legten leicht um knapp ein Prozent zu während Konkurrent Slack 1,69 Prozent verlor. Die Papiere der Videospiel-Anbieter Activision und Electronic Arts konnten vom Aufschwung profitieren und legten um mehr als 1 Prozent zu, die Aktien des Online-Fitnesskurs-Anbieters Peloton Interactive verloren hingegen 2,4 Prozent. Auch in den USA dürfen inzwischen die meisten Geschäfte wieder öffnen.
In der zweiten Reihe verloren Aktien des Duft- und Aromastoffherstellers IFF 1,7 Prozent. Der Konkurrent der deutschen Symrise hatte über einen Gewinnrückgang in den ersten acht Wochen des laufenden Geschäftsquartals berichtet.
Aktien des Autovermieters Hertz schossen bei hohen Börsenumsätzen um mehr als 115 Prozent nach oben. Allein seit Mittwoch hat sich der Kurs versiebenfacht. Das Unternehmen hatte vor kurzem Antrag auf Gläubigerschutz gestellt. Kurstreibende Nachrichten gab es am Montag nicht.
Mit Agenturmaterial