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ProptechOnline-Makler Homeday sammelt 40 Millionen Euro ein

Das Proptech will mit dem frischen Kapital weiter wachsen. Ziel von Homeday ist es, in Deutschland zum Marktführer zu werden. Das ist noch ein weiter Weg.Matthias Streit 15.06.2020 - 09:12 Uhr

Die Gründer von Homeday – Phillipp Reichle, Steffen Wicker und Dmitri Uvarovski (von links) – gemeinsam mit ihrer Chief Operation Officer Friederike Hesse.

Foto: Homeday

Erfurt. Das Online-Maklerunternehmen Homeday erhält 40 Millionen Euro von zwei Bestandsinvestoren. Mitten in der Coronakrise unterstreicht das Portal damit seine Wachstumsambitionen. Das Geld stammt von einem Joint Venture von Axel Springer und Purplebricks, die in dieser Finanzierungsrunde ihren Anteil an dem technologieorientierten Immobilien-Start-up erhöhen. Gemeinsam halten sie nun 54 Prozent.

Als Investoren bleiben weiter die drei Gründer – Steffen Wicker, Dmitri Uvarovski und Philipp Reichle – sowie Homeday Chief Operating Officer Friederike Hesse und der Risikokapitalgeber Project A an Bord. Homeday bringt auf seiner Plattform Wohnungsverkäufer und Makler zusammen.

Das Geld will das sogenannte Proptech in den Ausbau der Technologie, ins Marketing und in mehr Personal investieren. Bekannt wurde der Deal erst jetzt. Abgeschlossen wurde die Finanzierungsrunde allerdings schon Anfang März, berichtet Steffen Wicker, einer der drei Gründer.

Seit der Gründung im Jahr 2015 hat das Proptech nun insgesamt 60 Millionen Euro eingesammelt. „Unser Ziel ist es, die Nummer eins in Deutschland zu werden“, sagt Wicker im Gespräch mit Handelsblatt Inside Real Estate.

Die aktuelle Finanzierungsrunde ist zugleich ein Angriff auf McMakler. Der Konkurrent residiert wie Homeday in Berlin und sammelte bereits im vergangenen Jahr 50 Millionen Euro für weiteres Wachstum bei Investoren ein.

Vor wenigen Tagen wurde zudem bekannt, dass McMakler nun mit ING kooperiert. Auf der ING-Website zum Thema Baufinanzierung erscheinen in Zukunft McMakler-Angebote. Diese Kooperation soll Immobilien- und Finanzierungsangebote miteinander verknüpfen. Insgesamt zählt der Proptech-Accelerator Blackprintpartners mehr als 40 Start-ups im Maklerbereich.

Die jüngste Finanzspritze kommt für Homeday in einer gleich doppelt schweren Zeit für die Maklerportale: Zum einen belastet die Coronakrise auch den Immobilienmarkt. Unsicherheit bremst Wohnungskäufer und -verkäufer. Wenn weniger verkauft wird, wirkt sich das auch auf das Geschäft der Maklerplattformen wie Homeday, McMakler und Co. aus.

Andererseits wurde soeben die Teilung der Maklerprovision beschlossen. Künftig sollen jeweils Käufer und Verkäufer von Wohnimmobilien je die Hälfte der Provision bezahlen. Bislang warb Homeday um Verkäufer damit, dass nur die Käufer die Gebühr zahlen würden.

Dennoch begrüßt Wicker den Schritt, der ein Vorteil gegenüber der alten Regelung sei. „Gleichzeitig glaube ich, dass die Chance verspielt wurde, durch ein klares Bestellerprinzip mehr Wettbewerb an den Markt zu bringen.“

Die Umstellung auf die neue Regelung sei kein Problem. Künftig verlange Homeday eben von Verkäufern und Käufern Provision. Der Immobilienökonom Michael Voigtländer vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln sieht die großen Plattformen durchaus gut gerüstet. „Ich denke, dass sich diese Unternehmen leichter umstellen können als klassische Makler. Man wird versuchen, mit möglichst günstigen und transparenten Angeboten zu punkten“, sagt er. Letztlich würden Verkäufer vor allem sehr preiskritisch sein. „Transparenz und auch Bekanntheit über Werbung können den Unternehmen hier Vorteile bieten.“ Der Markt in Großbritannien zeige beispielsweise, dass dort zunehmend größere Makler die kleineren aus dem Markt drängten. Eine solche Entwicklung könnte nun auch Deutschland bevorstehen.

Auch Alexander Ubach-Utermöhl von Blackprintpartners glaubt, dass Proptechs die Entwicklung zupasskommt: „Profitieren könnten digitale Maklerplattformen, aber auch Tech-Unternehmen, die verschiedene Leistungen im Verkaufsprozess anbieten – etwa Vermarktungsservices oder Speziallösungen für die Behördenkommunikation.“ Ihre Leistungen würden nicht nur für Eigentümer interessant, die den Verkauf künftig lieber selbst in die Hand nehmen, sondern auch für Makler, die ihren bisherigen Service verbessern wollen.

Homeday bekommt über die Verkaufsinteressenten den Endkundenkontakt und leitet diesen dann an einen der 180 Partnermakler weiter. Bei einer erfolgreichen Transaktion stellt der Makler dann eine Rechnung an das Proptech. In der Regel bleiben 70 Prozent der Provision bei Homeday, 30 Prozent beim Makler. Käufern versprechen die Maklerportale zugleich niedrigere Gebühren als bei Geschäften direkt mit Maklern.

Makler machen damit offenbar pro Einzelverkauf ein schlechteres Geschäft, als wenn sie dieses ohne die Plattform abwickeln würden. Mithilfe der Plattform erhielten sie aber deutlich mehr Kundenkontakte als über die übliche Akquise, sagt Wicker. Anders als Konkurrent McMakler arbeitet Homeday nicht mit festangestellten Maklern, sondern mit Selbstständigen. Das Partnernetz soll künftig von 180 auf 250 ausgeweitet werden.

Die Gewinnzone habe Homeday noch nicht erreicht, sagt Wicker. Ein festes Datum hat er dafür auch noch nicht anvisiert. In der aktuellen Wachstumsphase stehe Investieren im Vordergrund.

Dass jetzt neues Geld in das Unternehmen geflossen ist, dürfte auch damit zusammenhängen, dass Homeday im vergangenen Jahr einen neuen Meilenstein erreicht hat: Im gesamten Jahr wurden über Homeday 4800 Wohnungen mit einem Volumen von 880 Millionen Euro verkauft. Zum Vergleich: Das vermittelte Transaktionsvolumen von McMakler lag 2019 bei 1,25 Milliarden Euro. Bis an die Spitze des Maklermarktes ist es aber für beide noch ein langer Weg.

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Homeday setzt mit seinem hybriden Modell aus Partnermaklern und Online-Plattform auf einen zunehmend digitalen Immobilienverkaufsprozess. Von dem ursprünglichen Ziel, Makler zu ersetzen, ist das Proptech längst abgerückt: Man habe sehr schnell gelernt, dass der persönliche Kontakt im Immobiliengeschäft auch heute noch sehr wichtig ist.

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