1. Startseite
  2. Politik
  3. Deutschland
  4. Nur jedes fünfte Unternehmen nutzt Kurzarbeit für Weiterbildung

Institut der Deutschen WirtschaftUmfrage: Nur jedes fünfte Unternehmen nutzt Kurzarbeit für Weiterbildung

Manche Betriebe nutzen die Zwangspause der Kurzarbeit, um Mitarbeiter zu qualifizieren. Das Institut der deutschen Wirtschaft plädiert für mehr Förderung und Informationen über Angebote.Barbara Gillmann 24.11.2020 - 15:27 Uhr Artikel anhören

Viele Unternehmen nutzen digitale Bildungsangebote, um ihre Belegschaft trotz der Kontaktbeschränkungen weiterzubilden.

Foto: dpa

Berlin . Geld war das kleinere Problem: In der Vergangenheit fehlte vielen Unternehmen die Zeit, um ihre Mitarbeiter weiterzubilden. Nun hat die Corona-Pandemie in vielen Betrieben zu einer Zwangspause geführt, die zumindest ein Teil der Firmen aktiv nutzt: Fast jedes fünfte Unternehmen, dessen Mitarbeiter in Kurzarbeit waren, hat in dieser Zeit Teile der Belegschaft weitergebildet. Das zeigt die diesjährige Weiterbildungsumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die dem Handelsblatt vorliegt.

Die Weiterbildungsexpertin des IW, Susanne Seyda, sieht das positiv: „Es handelt sich hier um Unternehmen, die in wirtschaftlichen Schwierigkeiten stecken und trotzdem die Weitsicht haben, mit Blick auf bessere Zeiten in ihre Mitarbeiter zu investieren.“

Deutlich höher war die Weiterbildungsquote in den Unternehmen, deren Belegschaft schon vor Ausbruch der Pandemie Erfahrung mit digitalem Lernen hatte. Hier gab jedes vierte Unternehmen an, die Kurzarbeit genutzt zu haben.

Weiterbildungsexpertin Seyda sieht vor allem einen Grund dafür, dass Firmen nicht noch stärker auf Weiterbildung setzen: Sie wissen schlicht zu wenig über die Möglichkeiten, die digitales Lernen in Zeiten der Kontaktbeschränkungen bietet.

Seyda fordert aber auch eine flexiblere finanzielle Förderung. So könnten Weiterbildungskosten nach dem Qualifizierungschancengesetz nur gefördert werden, wenn „die Maßnahme außerhalb des Betriebs oder von einem zugelassenen Träger im Betrieb, dem sie angehören, durchgeführt wird und mehr als 120 Stunden dauert“.

Aktuell würden zwar auch E-Learning-Maßnahmen unter bestimmten Bedingungen gefördert, „allerdings ist hier noch unklar, inwieweit das für zukünftige Weiterbildungsmaßnahmen gelten wird, sodass den Unternehmen hier Planungssicherheit fehlt“, sagt die IW-Spezialistin. 

Im vergangenen Jahr hatte die IW-Weiterbildungserhebung ergeben, dass 78 Prozent aller Unternehmen ihren Mitarbeitern die Möglichkeit zum selbstgesteuerten Lernen bieten. Dazu zählt neben dem E-Learning aber auch die Lektüre von Printmedien. 55 Prozent der Unternehmen, die in Sachen Weiterbildung aktiv sind, nutzten schon damals vier oder mehr digitale Lernmedien.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt