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  5. Aktien: Frühere Krisenverlierer werden zu Pandemie-Gewinnern

KommentarFrühere Krisenverlierer werden in der Pandemie zu Gewinnern

Zyklische Aktien sind in der Pandemie besonders gefragt, und das hat gute Gründe: Die Produkte dieser Unternehmen stehen für Fortschritt, den die Krise noch nötiger gemacht hat.Christian Schnell 30.11.2020 - 12:22 Uhr Artikel anhören

Aus dem modernen Leben sind Halbleiter nicht mehr wegzudenken.

Foto: Infineon Technologies AG

München. In einem Punkt unterscheidet sich die Corona-Pandemie sehr deutlich von früheren Wirtschaftskrisen. Ging es damals mit der Konjunktur nach unten, ob durch den übertriebenen Hype in Zeiten der New Economy oder später während der Finanzkrise, dann litten zyklische Aktien ganz besonders.

Technologie, die Autobauer oder der Konsum bekamen als Erste zu spüren, dass ihre Kunden bei der Auftragsvergabe vorsichtiger agierten und lieber mit vorhandenem Material weiterarbeiteten.

Das ist diesmal anders. Die Pandemie hat zwar die weltweite Konjunktur schwer getroffen, sie hat aber auch die Art des Arbeitens und der Produktion verändert. Insgesamt werden die Abläufe in deutlich höherem Tempo digitaler, als sie das in den vergangenen Jahren bereits wurden.

Die Konsequenz zeigt sich an den Aktienkursen: Halbleiter-Produzenten wie Infineon, die in früheren Krisenzeiten stets besonders unter Druck standen, haben sich nach dem ersten Corona-Schock im März mehr als verdoppelt.

Am Sonntagabend wurde zudem ein milliardenschweres Übernahmeangebot des taiwanesischen Anbieters Global Wafers für den Münchener Chipzulieferer Siltronic bekannt. Diese Zulieferer sind attraktiv, weil sie die modernsten Siliziumscheiben produzieren, aus denen anschließend Microchips gestanzt werden können. Dass der Bedarf nach diesen in Zeiten stark zunehmender Digitalisierung immens ist, ist offensichtlich.

Auch Autobauer nutzen die Krise

Nicht ganz so deutlich, in der Tendenz aber ebenfalls positiv für Anleger ist die Entwicklung der Auto-Aktien in Zeiten von Corona. Auch sie litten in früheren Krisen am meisten. Im Frühjahr war das aus verständlichen Gründen auch der Fall. Die Produktion ruhte, der Verkauf war wegen Lieferschwierigkeiten quasi eingestellt.

Seitdem die Bänder Ende des zweiten Quartals wieder anliefen, sind auch die Papiere der Autobauer wieder gefragt. Hier honorieren die Anleger, dass die Hersteller die angelaufene Umstellung auf alternative Antriebe nun noch schneller vorantreiben und auch die Kosten noch einmal einer konsequenten Prüfung unterzogen haben.

Bleibt noch der Einzel- und Großhandel als dritte besonders betroffene Branche in Krisenzeiten. Wie sehr auch hier die Pandemie den Wandel vorangetrieben hat, zeigt sich selbst beim Bäcker und Metzger um die Ecke, die jetzt Online-Bestellungen und -Bezahlungen möglich machen.

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Die Zykliker von einst brachen ein, weil sie wenig Innovatives bieten konnten. Die Zykliker von heute zeigen dagegen, dass ihre Produkte für Fortschritt stehen, den die Pandemie noch befeuert hat.

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