Erdgas-Pipeline: Nord Stream 2: Spezialschiff nimmt Arbeit in dänischen Gewässern wieder auf
Passanten fotografieren auf der Seebrücke das russische Verlegeschiff „Fortuna“.
Foto: dpaBerlin. Das russische Spezialschiff „Fortuna“ hat dem Nord-Stream-2-Konsortium zufolge die Arbeit in dänischen Gewässern aufgenommen. Dies geschehe vor der Wiederaufnahme des Baus der Pipeline, hieß es am Sonntag. Alle Arbeiten fänden im Rahmen der Genehmigungen statt.
Das Konsortium hatte von Vorbereitungsarbeiten und Tests gesprochen, die vor der eigentlichen Rohrverlegung vorgenommen würden. Durch die fast fertiggestellte Doppelröhre soll Erdgas von Russland nach Westeuropa transportiert werden. Die USA versuchen dies mit Sanktionen zu verhindern, auch gegen den Eigner der „Fortuna“.
Trotz der US-Sanktionspolitik und der eingetrübten Beziehungen des Westens mit Russland steht Mecklenburg-Vorpommern weiter zu der umstrittenen Erdgas-Pipeline Nord Stream 2. Kritiker dürften die jetzige Situation nicht dazu nutzen, das Projekt zu stoppen, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig am Sonntagabend in der ARD. „Denn es ist wichtig, dass Deutschland jetzt mit Russland im Dialog bleibt, gerade in diesen schwierigen Zeiten“, sagte die SPD-Politikerin auch mit Blick auf die Festnahmewelle bei Massenprotesten von Unterstützern des inhaftierten Kreml-Kritikers Alexej Nawalny in Russland.
Die USA wiederum haben Sanktionen gegen das fast zehn Milliarden Euro teure Projekt auf den Weg gebracht. Sie lehnen die Leitung mit der Begründung ab, Europa werde dadurch abhängig von Russland. Das US-Außenministerium hat die am Bau beteiligten europäischen Firmen gewarnt, dass sie sich dem Risiko von Sanktionen aussetzten.
Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat vor diesem Hintergrund eine „Stiftung Klima- und Umweltschutz“ auf den Weg gebracht. Sie soll im Rahmen eines „geschäftlichen Betriebes“ auch wirtschaftlich aktiv werden und einen Beitrag zum Fortgang der Arbeiten an der Pipeline leisten. „Ja, es ist möglich, zeitlich befristet Nord Stream zu helfen“, sagte Schwesig in der ARD dazu.
Die Stiftung werde aber die Pipeline weder bauen noch betreiben: „Aber da, wo amerikanische Sanktionen deutsche Unternehmen bedrohen, müssen wir schauen, wo wir helfen können.“ Zugleich widersprach sie der Darstellung, Umweltschutz sei bei der Stiftung nachrangig. Der Hauptzweck, Mittel für Umwelt und Klimaschutz einzusetzen, sei schließlich zeitlich unbefristet. Der Pipeline droht allerdings durch die Einwände von Umweltschützern beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) eine längere Verzögerung.