Interview: TK-Chef Baas warnt: „Versicherte müssen sich auf höhere Beiträge einstellen“
„Das Ärgerliche ist, dass nun alles auf Corona geschoben wird“, sagt der TK-Chef.
Foto: Marc-Steffen UngerBerlin. Den gesetzlichen Krankenkassen droht 2022 ein gewaltiges Defizit von bis zu 19 Milliarden Euro. „Die Lage ist tatsächlich dramatisch“, warnt Jens Baas, Chef der Techniker Krankenkasse mit zehn Millionen Versicherten. Diese müssten sich auf höhere Beiträge einstellen. „Wenn das Loch nicht mit Steuermitteln gefüllt wird, sehe ich keine andere Möglichkeit“, sagte Baas.
Der Grund seien vor allem teure Reformen. Langfristig brauche es grundlegende Reformen. „Die eigentlich nachhaltige Lösung ist, zu schauen, wo Geld im System verschwendet wird“, sagte er. „Denn das ist immer noch an zu vielen Stellen der Fall.“
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Die Krankenkassen steuern für das Jahr 2022 auf ein gigantisches Finanzloch zu. Was braut sich da zusammen?
Die Lage ist tatsächlich dramatisch. Ich schätze, dass den gesetzlichen Krankenkassen dann rund 14 bis 19 Milliarden Euro fehlen werden. Dieses Finanzloch bestand auch schon in diesem Jahr, wurde allerdings vor allem durch die Rücklagen der Kassen und Steuermittel gefüllt. Zumindest die Rücklagen sind nun aufgebraucht - diese können die Finanzlücke 2022 also nicht stopfen.