Weißrussland-Konflikt: Russland verweigert Air France und Austrian Genehmigung für Flug nach Moskau
Die französische Fluggesellschaft sagte am Donnerstag einen Flug von Paris nach Moskau ab.
Foto: ReutersWien. Die zur Lufthansa gehörende Austrian Airlines hat sich am Donnerstag zur Absage eines Linienflugs von Wien nach Moskau gezwungen gesehen. Die Maschine hätte aufgrund einer Empfehlung der EU-Agentur für Luftsicherheit (EASA) Weißrussland umfliegen sollen, teilte die österreichische Fluglinie mit. Eine Änderung der Flugroute müsse aber behördlich genehmigt werden.
„Die russischen Behörden haben uns diese Genehmigung nicht erteilt“, hieß es von der Fluglinie. Der Flug musste daher gestrichen werden. Auch Air France sagte am Donnerstag aus dem selben Grund einen Flug von Paris nach Moskau ab. Die russischen Luftfahrtbehörden lehnten eine Stellungnahme ab.
Die Europäische Union hat ihre Fluggesellschaften aufgefordert, Weißrussland und seinen Luftraum zu meiden, da am Sonntag ein Ryanair-Jet auf dem Weg von Griechenland nach Litauen vom weißrussischen Militär zur Landung in Minsk gezwungen worden war. Unter den Fluggästen war auch Roman Protassewitsch, ein gesuchter Journalist, der dann festgenommen wurde.
Unterdessen trifft sich der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko heute mit Russlands Präsident Wladimir Putin im südrussischen Sotschi. Lukaschenko wolle mit Putin an diesem Freitag auch über die Sanktionen der USA und der EU sprechen, die seinem Land wirtschaftlich zu schaffen machen. Weißrussland ist bereits mit hohen Milliardenbeträgen bei Russland verschuldet.
Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) forderte angesichts des Treffens, Putin solle sich für die Freilassung des regimekritischen Journalisten einsetzen. „Moskau darf diesen ungeheuerlichen Akt der Luftpiraterie nicht ignorieren“, sagte der SPD-Kanzlerkandidat der Funke Mediengruppe. Putin müsse „all seinen Einfluss nutzen, um die sofortige Freilassung von Roman Protassewitsch und seiner Partnerin Sofija Sapega zu erreichen.“