Corona, US-Konsum, Chinas Export-Boom: „Just in time funktioniert zurzeit nicht“: Rekordstau an Containerschiffen stürzt Welthandel ins Chaos
Die Anzahl festsitzender Container ist hier inzwischen höher als während der sechstägigen Sperrung des Suezkanals Ende April.
Foto: ReutersDüsseldorf. Einen Schiffsstau wie diesen gab es noch nie – und das auch noch rund um den Globus. Jeweils zehn riesige Containerfrachter warteten am vergangenen Wochenende vor den Häfen von Los Angeles und New York auf Einfahrt, in Seattle waren es sieben, vor Rotterdam und den benachbarten Nordseehäfen sogar 18.
Noch weitaus schlimmere Zustände erlebte China, wie die elektronische „Seaexplorer“-Plattform des Schweizer Spediteurs Kühne + Nagel (K+N) zeigte: Vor Schanghai dümpelten 75 Frachter, vor Yantian nördlich von Hongkong sogar 83. Denn der südchinesische Hafen musste nach einem Corona-Ausbruch teilweise schließen. Dort ist die Anzahl festsitzender Container inzwischen höher als während der sechstägigen Sperrung des Suezkanals Ende April.
Der erneute Zwischenfall macht das Chaos komplett. Insgesamt 300 Frachter warten aktuell auf Einfahrt in völlig überfüllte Häfen – ein historischer Rekord. Liegezeiten auf See von mehr als sechs Tagen, wie sie vergangene Woche der 9400-Standardcontainer(TEU)-Frachter „CMA CGM Estelle“ vor Seattle erleiden musste, sind keine Seltenheit mehr.