Chiphersteller: Angriff auf Bosch und Conti: Qualcomm umwirbt die Autohersteller
Chiphersteller und Kfz-Zulieferer werden immer stärker zu Konkurrenten.
Foto: ullstein bild - Reiner ZensenSan Francisco, Düsseldorf. Deutschlands Autozulieferer müssen sich auf neue, schlagkräftige Konkurrenz einstellen: Die Produzenten von Chips drängen in ihren Milliardenmarkt. Jüngstes Beispiel: Der US-Chiphersteller Qualcomm will den schwedischen Entwickler von Fahrerassistenzsystemen Veoneer für 4,6 Milliarden Dollar übernehmen – und damit in einer Liga mit Bosch und Continental spielen. „Die Autohersteller verlangen nach einer engen Integration von Hard- und Software“, sagte Qualcomm-Chef Cristiano Amon dem Handelsblatt.
Weil Fahrerassistenzsysteme komplexer werden, steigt der Anspruch an Software und Rechenleistung. Die Autoindustrie wird damit interessanter für Tech-Konzerne und Chipunternehmen. Es eröffnet sich ein neuer Markt für ihre komplexen und hochpreisigen Chips. So hat sich Nvidia bei der Entwicklung des automatisierten Fahrens als unverzichtbarer Partner der Autoindustrie etabliert. Intel mischt mit seiner Roboterauto-Tochter Mobileye ebenfalls in diesem Markt mit.
Auch wenn Amon jeden Affront gegen die traditionellen Autozulieferer vermeidet, hat er eine klare Vorstellung davon, wo er Qualcomm im Beziehungsgeflecht zwischen Autoherstellern und Zulieferern sieht. „Wir sind der natürliche Partner der Autoindustrie, um sie auf ein Niveau mit Tesla zu bringen“, sagt er.