Pharmaindustrie: Gesundheitsapps bringen Datenschatz
Gesundheitsapps helfen dabei, die Wirksamkeit von Medikamenten zu beobachten.
Foto: dpaDüsseldorf. Gesundheits-Apps werden für die Pharmaindustrie immer relevanter. Denn immer mehr Menschen leiden an einer chronischen Krankheit . Die sogenannte Präzisionsmedizin wird als Lösung gepriesen, um die Krankheit eines individuellen Patienten besser zu verstehen und die Therapie zu beobachten. Durch die Informationen, die in den Apps gesammelt werden, können Medikamente für den Einzelnen gefertigt werden.
Pharmafirmen setzen auf personalisierte Medizin. „Für einen solchen Ansatz braucht es quantitativ und qualitativ hohe Patientendaten“, sagt Jörg Debatin, Leiter des Health Innovation Hubs des Bundesgesundheitsministeriums (HIH). „Aktuell erfährt manchmal nicht einmal der verschreibende Arzt etwas über die Wirksamkeit des Medikaments und den weiteren Krankheitsverlauf seines Patienten.“, ergänzt er. Gesundheits-Apps könnten dieses Informationsleck dem HIH-Leiter zufolge füllen.
Ein Blick in die Branche zeigt, dass Debatin mit seiner Vermutung richtig liegen könnte: Der US-Pharmariese Pfizer kooperiert nun mit Nia Health, deren Künstliche Intelligenz Fotos von Hautauffälligkeiten analysiert. Roche aus der Schweiz arbeitet neuerdings mit Temedica zusammen. Dahinter verbirgt sich eine App, in der Patienten ihre Verfassung dokumentieren, um schneller geheilt zu werden. Bayer steigt mit 78 Millionen Euro bei Ada-Health ein, einer App, in die mehr als zehn Millionen Menschen ihre Symptome eingetragen haben.