Cum-Ex-Skandal: Sparda-Bank Berlin streitet mit ABN Amro und Bankhaus Lampe
Die Sparda-Bank ist der Auffassung, dass ABN Amro und Lampe für den Schaden aufkommen müssen – ein Teil der Cum-Ex-Steuererstattung sei ihnen zugutegekommen.
Foto: picture-alliance/ dpa/dpawebpicture-allianceKöln. Die Sparda-Bank Berlin hat zwei ehemalige Geschäftspartner verklagt, die niederländische ABN Amro und das Bankhaus Lampe. Das genossenschaftliche Institut verlangt insgesamt einen höheren zweistelligen Millionenbetrag.
Beide Klagen hat die Sparda-Bank in erster Instanz verloren. Jetzt müssen sich die Oberlandesgerichte Düsseldorf und Frankfurt mit dem Rechtsstreit befassen.
Die Klagen wurden am Rande der Durchsuchungen bei der Sparda-Bank in dieser Woche durch die Staatsanwaltschaft Köln bekannt. Die Ermittler verdächtigen aktuelle und ehemalige Mitarbeiter der Bank, Steuerhinterziehung begangen zu haben – bis hinauf in den Vorstand.
Die potenziellen Täter sollen sich an sogenannten Cum-Ex-Geschäften beteiligt haben. Beim Aktienhandel nach der Methode Cum-Ex lassen sich die Akteure Steuern auszahlen, die gar nicht abgeführt wurden.
Die Sparda-Bank Berlin ist eine von mehreren kleineren Banken, die bei diesen Aktienkreisgeschäften bisher nicht auffällig geworden waren. Erste Hinweise auf ihre Verwicklung gab es aber in einem Cum-Ex-Strafverfahren am Landgericht Bonn.
Dort hatte der angeklagte britische Börsenhändler Nicholas D. ausgesagt, dass die Sparda-Bank Berlin beteiligt gewesen sei. Inzwischen wurden D. und ein weiterer Angeklagter verurteilt, und die M.M. Warburg Bank musste 176 Millionen Euro zahlen. Der Bundesgerichtshof hat das Urteil und damit die Strafbarkeit von Cum-Ex bestätigt.