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KommentarMehr Macht wagen – Frauen sollten sich in den Aufsichtsräten engagieren

Der Frauenanteil in den Kontrollgremien des Dax stagniert bei den gesetzlich vorgeschriebenen 30 Prozent. Mit mehr Willen, Selbstvertrauen und der Vorstandsquote ist aber noch mehr drin.Tanja Kewes 18.11.2021 - 10:10 Uhr Artikel anhören

Margret Suckale ist nach der Karriere beim Chemiekonzern in mehrere Aufsichtsräte eingezogen.

Foto: obs

Die Karriere von Margret Suckale als Multiaufsichtsrätin beginnt 2017. In diesem Jahr scheidet sie nicht nur als Vorständin beim Pharma- und Chemiekonzern BASF aus: In diesem Jahr kommt auch die 2016 gesetzlich eingeführte Frauenquote für die Aufsichtsräte börsennotierter und paritätisch mitbestimmter Unternehmen zur Umsetzung.

Die langjährige Topmanagerin sieht die Macht, und sie ergreift sie. Erst wird sie 2017 Aufsichtsrätin bei der Deutschen Telekom und Heidelberg Cement, im folgenden Jahr auch noch bei der DWS und 2020 bei Infineon.

Suckale dient damit als Vorbild. Sie nutzte nicht nur ihre historische Chance, sie engagiert sich auch über das normale Maß hinaus: Denn sie beließ es nicht dabei, in die vier Aufsichtsräte einzuziehen und dort zu verharren. Suckale setzt sich in ihren Gremien ein. Sie drängt in die eigentlichen Machtzirkel, die Ausschüsse. Heute ist sie in Personal-, Prüfungs-, Technologie- und Innovationsausschüssen aktiv – und laut Handelsblatt-Ranking die einflussreichste Aufsichtsrätin Deutschlands.

So sollte, so muss es sein. Die Einführung der Quote war ein wichtiger und richtiger Schritt. Sie ermöglicht Frauen die Teilhabe an der bis dato von Männern dominierten Macht. Diese Macht müssen die Frauen aktiv nutzen.

Das hat viele Vorteile. So kann die Transformation der deutschen Wirtschaft nur gelingen, wenn möglichst divers besetzte Gremien diese anschieben. Die Transformation ist schließlich keine eindimensionale Angelegenheit, die, pardon, alte, weiße Männer im Kaminzimmer lösen könnten. Es geht um die Megatrends Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Krisenresilienz. Guter Rat ist da ein breit angelegter. Oder warum wurden und werden nach wie vor Heerscharen von Beratern beschäftigt?

Dass es die Mischung macht, das gestehen im Übrigen inzwischen selbst die Grandseigneurs der Szene ein. Die Auseinandersetzung in den Gremien sei in den vergangenen vier Jahren anstrengender geworden, keine Frage. Aber wenn die Ergebnisse stimmen, solle es das wert sein.

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Die nun erreichte Frauenquote von 30 Prozent ist deshalb nur ein Anfang. Auf ihr gilt es aufzubauen – mit aller Macht, großem Selbstvertrauen und viel Willen. Die jüngst eingeführte Frauenquote für die Vorstände dürfte für weiteren Schub sorgen, gerade auch bei den Aufsichtsräten.

Es braucht keine weitere Regulierung oder Quoten. Das sagt auch Margret Suckale. Die 65-Jährige setzt auf Leistung und fordert Einfluss ein. So kann sie sich inzwischen auch einen Aufsichtsratsvorsitz vorstellen. Gesagt – und bekommen? An der Zeit wäre es.

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