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SDax, MDax, TecDaxDeutsche Wohnen, Vitesco, Nagarro – Was Anleger über die Nebenwerte-Aufsteiger wissen müssen

Ab dem 20. Dezember greifen die Veränderungen bei den Nebenwerten. Die Deutsche Wohnen tritt an die Stelle des Online-Händlers Zooplus im MDax.Andrea Cünnen 03.12.2021 - 22:53 Uhr Artikel anhören

Die Deutsche Börse hat am Freitagabend entschieden, was sich am 20. Dezember in den Indizes ändern wird.

Foto: Reuters

Frankfurt. Anleger, die börsengehandelte Indexfonds auf den MDax oder den SDax halten, werden kurz vor Weihnachten indirekte Aktionäre von neuen Unternehmen. Die Deutsche Börse tauscht laut Angaben vom späten Freitag zum 20. Dezember mehrere Aktien in den Nebenwerteindizes aus. Im Dax gibt es keine Änderungen.

Neu in den MDax der 50 mittelgroßen deutschen Unternehmen kommt die Deutsche Wohnen. Seinen MDax-Plätze räumen muss dafür der Zooplus. Der Online-Tierfutterhändler steigt in den 70 Unternehmen umfassenden SDax ab, und das obwohl der Kurs der Aktie seit Jahresanfang um mehr als 180 Prozent gestiegen ist.

Zooplus gehört nach einer Übernahmeschlacht jedoch inzwischen zu mehr als 80 Prozent den Finanzinvestoren EQT und Hellman & Friedman (H&F). Wegen der Übernahmen sinkt der Anteil der Aktien im Streubesitz deutlich. Dabei ist dieser Börsenwert entscheidend für einen Platz in einem Index, deshalb kommt es zum Abstieg. Zooplus soll im Januar außerdem ganz von der Börse genommen werden.

Den Aufstieg knapp verpasst hat die Shop Apotheke. Indexexperten hatten ihren MDax-Aufstieg im Vorfeld erwartet und waren davon ausgegangen, dass dafür der Autozulieferer Hella. weichen muss.

Drei neue Aktien im SDax

Neu in den SDax steigen die vom Autozulieferer Continental abgespaltene Antriebstochter Vitesco, der IT Dienstleister GFT Technologies und der Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck auf. Sie alle notieren bislang in keinem Index der Dax-Familie. Die SDax-Aufsteiger verdrängen die Online-Möbelhändler Home24 und Westwing und das Rüstungsunternehmen Hensoldt.

Ein Wechsel im TecDax

In den TecDax der 30 größten deutschen Technologiewerte steigt der Technologie- und Softwareentwickler Nagarro auf. Nagarro verdrängt die Aktie des Vakuumpumpenhersteller Pfeiffer Vacuum aus dem TecDax. Die Aktie bleibt aber im SDax.

Lesen Sie nachfolgend, was Investoren zu den einzelnen Aktien wissen sollten:

Deutsche-Wohnen-Aktie: Index wechsel Dich

Die Deutsche Wohnen hatte ihren Dax-Platz kurzfristig Ende Oktober räumen müssen, nachdem Deutschlands größter Wohnungsvermieter Vonovia seinen Anteil an der Deutsche Wohnen weiter ausgebaut hatte. Die Lage war damals etwas unklar. Laut Deutscher Börse lag damals der Streubesitz der Deutsche-Wohnen Aktie unter zehn Prozent und war damit zu gering für die Notierung in einem der Indizes der Dax-Familie. Den Dax-Platz von Vonovia nahm der Konsumgüterkonzern Beiersdorf ein.

Nach einer kleinen Kapitalerhöhung reicht der Anteil der frei handelbaren Aktien an der Deutschen Wohnen aber jetzt wieder für einen Indexplatz, und der wird im MDax sein. Die Aktie fiel nach dem Dax-Rauswurf und notiert mit 40 Euro noch deutlich unter dem Übernahmepreis von 53 Euro, den Vonovia bot. Die meisten Analysten hatten Investoren empfohlen, das Angebot von Vonovia anzunehmen. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt immer noch bei 53 Euro. Die Aktie ist damit attraktiver geworden.

Vitesco-Aktie: Continental-Abspaltung war für einen Tag im Dax

Vitesco ist die ehemalige Antriebstocher von Continental, die der Reifenhersteller am 16. September als Spin-off an die Börse gebracht hat. Daraufhin notierte sie einen Tag im Dax. Die Aktie hat den Investoren bislang keine Freude gemacht. An die Börse kam die Aktie zum Erstkurs von 59,80 Euro – inzwischen kostet sie weniger als 42 Euro.

Im dritten Quartal machten Chipknappheit und Kurzarbeit Vitesco zu schaffen. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahresquartal um 14,9 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Der operative Gewinn brach auf 22,8 von 102 Millionen Euro ein.

Vitesco will sich auf die gefragten Antriebe für Elektroautos spezialisieren, erwirtschaftet aber bislang fast 90 Prozent der Erlöse mit Antriebsteilen für Benzin- und Dieselfahrzeuge. Analysten überraschte der deutliche Kursrückgang. Die Kursziele liegen bei allen Banken, die Vitesco covern, über dem aktuellen Kurs. Sie reichen von 55 Euro bei HSBC bis zu 72 Euro bei der Deutschen Bank.

GFT-Technologies-Aktie: Kurs und Gewinn verdreifacht

Der Aktienkurs des Stuttgarter Softwaredienstleisters GFT Technologies hat sich in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verdreifacht. Die Aktie ist jedoch von der Bewertung her nicht teurer geworden, denn auch der Nettogewinn von GFT stieg um mehr als das Dreifache auf 21,1 Millionen Euro in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres.

GFT profitiert massiv vom Trend hin zu mehr Digitalisierung, Cloud-Computing und Künstlicher Intelligenz. Laut Informationsdienst Bloomberg beobachten nur vier Analysten die Aktie – alle raten zum Kauf mit einem Kursziel von im Schnitt 47,80 Euro.

Heidelberger-Druckmaschinen-Aktie: Auch hier hat sich der Kurs verdreifacht

Auch die Aktie des Traditionsunternehmens Heidelberger Druckmaschinen hat sich in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verdreifacht. Gut laufen die Geschäfte für Heideldruck vor allem in China, wo Maschinen für Verpackungsdruck besonders gefragt sind.

Die Zahlen haben sich ebenfalls verbessert. Der operative Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) stieg im ersten Halbjahr von 27 auf 37 Millionen Euro. Das Geschäftsjahr bei Heidelberger Druckmaschinen endet im März.

Für Kursfantasie bei der Heideldruck-Aktie sorgt das noch kleine, aber stark wachsende Geschäft mit Ladeboxen für Elektroautos. Bei Analysten gibt es keine einheitliche Tendenz zum Kaufen, Halten oder Verkaufen der Aktie.

Nagarro-Aktie: Rascher Aufstieg in den TecDax

Nagarro ist erst Ende vergangenen Jahres als Abspaltung des Münchener IT-Dienstleisters Allgeier zum Kurs von 69 Euro an die Börse gekommen. Inzwischen kostet die Aktie 178 Euro. Deshalb folgt jetzt zusätzliche Sprung in den TecDax.

Das Münchener Unternehmen entwickelt digitale Produkte unter anderem für die Automobilindustrie, für Energieversorger, Spieleanbieter sowie Telekommunikationsfirmen. Damit gilt Nagarro als gut aufgestellt, um vom Digitalisierungstrend zu profitieren.

Allein im dritten Quartal steigerte Nagarro den Umsatz um fast 34 Prozent auf 141 Millionen Euro und hob die Prognose für das Gesamtjahr auf 525 Millionen Euro an. Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) stieg im dritten Quartal um rund sechs Prozent auf 21,7 Millionen Euro.

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Trotz des enormen Kursanstiegs liegt die Aktie unter dem Radar von Bank-Analysten. Nur Jefferies (Empfehlung Halten) und M.M Warburg (Empfehlung Kaufen) beobachten die Aktie. Nagarro könnte jetzt jedoch mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

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