Geldpolitik: Qualität ist Trumpf: Was die Wende von Fed und EZB für Anleger bedeutet
Unterm Strich haben die Notenbanken etwa das getan, was die Märkte im Vorfeld erwartet hatten.
Foto: APFrankfurt. Nachdem die beiden größten Notenbanken der Welt eine geldpolitische Wende eingeleitet haben, wird es für Anleger ungemütlich. „Jetzt ist Schluss mit lustig“, sagt Jan Viebig, Chefinvestor von Oddo BHF in Frankfurt. Er warnt vor Anleihen mit langen Laufzeiten oder schwächerer Bonität und vor Aktien mit allzu luftiger Bewertung. Dagegen empfiehlt er Aktien mit Qualität: kein einfacher Begriff, aber es gibt börsengehandelte Fonds (ETFs), die darauf spezialisiert sind.
Die US-Notenbank (Fed) hat am Mittwoch angekündigt, die Nettozukäufe von Anleihen bis zum März auf null herunterzufahren. Das bedeutet: Die Fed pumpt danach nicht noch mehr Liquidität in die Märkte und setzt die Renditen längerfristiger Anleihen nicht länger unter Druck.
Umgekehrt heißt das: Anleihen werden weniger gefragt, was ihren Kurs tendenziell schwächt. Zugleich hat Fed-Chef Jerome Powell deutlich gemacht, dass er im kommenden Jahr den zurzeit nahe null liegenden Leitzins dreimal erhöhen wird, wahrscheinlich um jeweils einen viertel Prozentpunkt.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag weitaus zurückhaltendere Entscheidungen getroffen. Sie will ihr Pandemie-Notfallkaufprogramm (PEPP) im März auslaufen lassen, ein anderes Anleihekaufprogramm (APP) dafür zeitweise auf 40 Milliarden Euro erhöhen und bis zum vierten Quartal 2022 wieder auf 20 Milliarden absenken. Zinserhöhungen sind nicht in Sicht.