Vorstoß der EU-Kommission: Erdgas und Atomkraft als „grüne Energien“ – Beifall vonseiten der Wirtschaft, Kritik aus Berlin
Die Atomkraft schont das Klima, birgt aber andere Umweltrisiken.
Foto: dpaBerlin. Große Teile der Wirtschaft halten Erdgas für eine wichtige Brücke in Richtung Klimaneutralität. Sie begrüßen daher die Pläne der EU-Kommission zur Taxonomie.
„Erdgas ist für die Grundversorgung des Industrielands Deutschland eine zwingend notwendige Brückentechnologie“, sagte Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Chemischen Industrie (VCI). „Der Ausstieg aus Kohle und Kernenergie macht bei schleppendem Erneuerbaren-Ausbau den Einstieg in neue Gaskraftwerke notwendig. Sonst gehen in der Industrie die Lichter aus.“
Für die Transformation der Industrie und der Energieversorgung „müssen wir mehr tun als auf Ausschaltknöpfe drücken“. Vielmehr müsse der „komplexe Prozess klug gestaltet“ werden, sagte Große Entrup weiter. Die Europäische Kommission habe daher Erdgas zu Recht in ihrem Taxonomie-Vorschlag berücksichtigt.
Den Plänen der EU-Kommission zufolge sollen Investitionen in Gas- und Atomkraftwerke unter bestimmten Bedingungen als klimafreundlich eingestuft werden. Das geht aus einem Entwurf für einen Rechtsakt der Brüsseler Behörde hervor, der am Neujahrstag kurz nach dem Versand an die EU-Mitgliedstaaten öffentlich wurde.