Börsenmäntel: „Die Lust aufs Risiko ist verpufft“ – Anleger werden bei Spacs wählerischer
Draftkings wurde im Juni 2021 nachträglich an der Nasdaq begrüßt.
Foto: imago images/Levine-RobertsFrankfurt, New York. An den Börsen gilt derzeit: Risiken meiden. Die Anleger gehen in Deckung, weil sie eine übereilte Straffung der amerikanischen Geldpolitik, einen Krieg in Osteuropa und Corona-Langfristfolgen für die Wirtschaft fürchten. Das bekommen auch jene Investmentvehikel zu spüren, bei denen eine große Portion Mut und Experimentierfreude von jeher dazugehört haben: Börsenmäntel, die sogenannten Spacs (Special Purpose Acquisition Companies).
Im vergangenen Jahr war der Hype groß, Spacs wurden mit Liquidität geradezu überschwemmt, jetzt kommt der große Einbruch. Branchenexperten sprechen allerdings von einer gesunden Marktbereinigung.
Spacs sammeln Geld von Anlegern ein, die quasi blind darauf vertrauen, dass der Börsenmantel zu einem späteren Zeitpunkt ein interessantes Übernahmeziel findet. Meist sind das Start-ups oder Technologiefirmen mit starkem Wachstum, die frisches Kapital brauchen und eine Abkürzung an die Börse suchen.
Diese Wette auf die Zukunft funktioniert aber nur in normalen Zeiten und nicht, wenn alle ihre Liquidität sichern. Das zeigen auch die Zahlen, die das Analysehaus Refinitiv exklusiv für das Handelsblatt zusammengetragen hat. Demnach gingen im Januar weltweit nur noch 24 Spacs an die Börse, vor einem Jahr waren es 92.