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AnleihenRenditen von Staatspapieren steigen deutlich

Die Nachwehen der EZB-Sitzung am vergangenen Donnerstag und überraschend gute Arbeitsmarktdaten treiben die Renditen nach oben.Frank Wiebe 06.02.2022 - 19:00 Uhr Artikel anhören

Mitarbeiter gesucht: In den USA sind zuletzt weit mehr Stellen geschaffen worden als von Experten prognostiziert.

Foto: AP

Frankfurt. Die Zinswende ist immer deutlicher zu erkennen. Am Freitag trugen die guten Arbeitsmarktdaten in den USA dazu bei, dass die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe einen Sprung auf gut 1,9 Prozent machte. Die fünfjährigen Papiere liegen jetzt bei fast 1,8 Prozent – und damit in einem Bereich, den lange Zeit noch nicht einmal das zehnjährige Papier erreicht hatte.

Das wirkt ansteckend auf die Renditen der deutschen Staatspapiere, die ebenfalls stiegen. Mit 0,2 Prozent liegt die zehnjährige Anleihe nach einer langen Minusstrecke jetzt recht solide im positiven Bereich. Und die fünfjährige Laufzeit hat es so gerade über null geschafft.

Der Anstieg machte sich überall bemerkbar: Die italienische zehnjährige Staatsanleihe, die im vergangenen Jahr über lange Strecken deutlich unter einem Prozent lag, hat die Marke von 1,7 Prozent übersprungen. Nach Abzug der Inflation liegt freilich ein großer Teil des Bondmarkts noch tief im roten Bereich.

In den USA spielte der Arbeitsmarkt die Hauptrolle. Wie neue Daten am Freitag zeigten, wurden im Januar außerhalb der Landwirtschaft 467.000 neue Jobs geschaffen. Der mittlere Wert (Median) der Erwartungen von Ökonomen lag bei nur 150.000, denn die Sorge war groß, die Omikron-Variante von Corona könne den Aufschwung gebremst haben. Die Zahl machte abermals deutlich, dass der Arbeitsmarkt heißer gelaufen ist als vielfach zuvor geschätzt wurde – der US-Ökonom Paul Krugman hat bereits eingeräumt, dass er falsch lag.

Für Europa war die Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag ausschlaggebend. Nach einigen Unklarheiten wurde sie von den Märkten dann doch als deutliche Wende zu einer strengeren Geldpolitik gewertet.

Märkte und Experten überschlagen sich mit Schätzungen zu Zinserhöhungen

Auch interessant: Am Freitag hat die US-Bank Morgan Stanley „die größte quantitative Straffung“ der Geldpolitik weltweit prognostiziert. Diese Straffung kommt in der Regel dadurch zustande, dass eine Notenbank auslaufende Zinspapiere nicht mehr durch Neukäufe ersetzt.

In den zwölf Monaten ab Mai werden vor allem so 2,2 Billionen Dollar aus den Märkten abgezogen, glauben die Analysten dort laut der Nachrichtenagentur Reuters. Besonders bemerkenswert dabei: Die Experten rechnen sogar mit einer schnelleren Straffung bei der EZB als bei der US-Notenbank (Fed).

Dabei fassen sie die unter dem Kürzel TLTRO bekannten direkten mittelfristigen Kredite der EZB an Banken mit ins Auge. Diese Kredite haben in der Pressekonferenz nach der EZB-Sitzung allerdings kaum eine Rolle gespielt.

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Nach der Straffung der Fed eine Woche zuvor und dem angedeuteten Schwenk der EZB am Donnerstag überschlagen sich Märkte und Experten mit Schätzungen, wie viele Zinserhöhungen sie in diesem Jahr noch erwarten. In den USA stehen so vermutlich fünf Zinsschritte an, im Euro-Raum bis zu zwei. Frankreichs Notenbankchef François Villeroy de Galhau hat am Wochenende allerdings vor zu schnellen Rückschlüssen auf das Tempo der Anhebung gewarnt.

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