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Syrische Regierung und Kurden schließen Waffenruhe

Das Abkommen sieht den Rückzug der Kurdenmiliz SDF östlich des Euphrat vor. Zugleich soll eine sofortige Waffenruhe im Nordosten Syriens gelten. 18.01.2026 - 19:29 Uhr Artikel anhören
Der US-Botschafter in der Türkei und Sondergesandte für Syrien, Tom Barrack (l) schüttelt dem syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa die Hand. Foto: Uncredited/SANA/AP/dpa

Tabqa. Nach tagelangen Kämpfen haben die syrische Regierung und die Kurden im Nordosten des Landes Medienberichten zufolge eine sofortige Waffenruhe vereinbart. Das Abkommen sehe den Abzug aller Kämpfer der Kurden-Miliz SDF auf das Gebiet östlich des Euphrat vor, teilte das Präsidialamt mit. Zudem sollten alle SDF-Einheiten nach entsprechenden Sicherheitsüberprüfungen in das Verteidigungs- und das Innenministerium eingegliedert werden.

Die Regierung werde die militärische und administrative Kontrolle über die bisher von den Kurden verwalteten Provinzen Deir al-Sor und Rakka vollständig übernehmen. Auch die Kontrolle über alle Grenzübergänge sowie die Gas- und Ölfelder in der Region sollen an die syrische Regierung übergeben werden. Die SDF-Miliz verpflichtete sich zudem, alle ausländischen Anführer und Kämpfer mit Verbindungen zur kurdischen Arbeiterpartei PKK, die unter anderem von der Türkei, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft wird, des Landes zu verweisen.

Präsident Ahmed al-Scharaa kündigte zudem an, sich am Montag mit dem SDF-Anführer Maslum Abdi zu treffen. Alle offenen Fragen würden geklärt, sagte Scharaa staatlichen Medien zufolge. Der US-Gesandte Tom Barrack, der in dem Konflikt am Wochenende vermittelte, sprach auf der Online-Plattform X von einem "entscheidenden Wendepunkt".

Die SDF-Miliz war in den vergangenen Tagen durch die Offensive der Armee schwer unter Druck geraten. Die Regierungstruppen rückten, unterstützt von arabischen Stammeskämpfern, rasch vor und stießen am Sonntag auch auf die letzten Kurden-Hochburgen vor. Auslöser der Kämpfe waren Forderungen von Präsident Scharaa, die militärischen und zivilen Strukturen der Kurden in die syrischen Staatsinstitutionen zu integrieren. Scharaa bezeichnete es jüngst als inakzeptabel, dass eine Miliz ein Viertel des Landes kontrolliere und über dessen wichtigste Öl- und Rohstoffvorkommen verfüge. Kurdische Führer forderten hingegen einen dezentralisierten Staat. Zudem hegen sie Misstrauen gegen die islamistisch dominierte Regierung von Scharaa.

Die SDF-Miliz gilt als wichtiger Verbündeter der USA im Kampf gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien. Allerdings müssen die USA dies mit ihrer neuen Unterstützung für Präsident Scharaa in Einklang bringen, dessen islamistische Rebellen Ende 2024 den langjährigen Machthaber Baschar al-Assad gestürzt haben.

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