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Dow Jones, S&P 500, NasdaqUkraine-Krise belastet US-Börsen – Wall Street schließt erneut mit Verlusten

Hohe Aufmerksamkeit erregt die Inspirato-Aktie. Der Spezialist für Luxus-Reisen legte am Donnerstag noch 650 Prozent zu, gab nun aber deutlich nach. 18.02.2022 - 22:41 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Die US-Märkte haben eine turbulente Woche hinter sich.

Foto: AP

New York. Nach einem turbulenten Auf und Ab im Handelsverlauf haben die Aktienmärkte in den USA am Freitag dem Konflikt um die Ukraine erneut Tribut zollen müssen. Nach den herben Verlusten am Vortag fielen die Abgaben diesmal aber etwas geringer aus. So verlor der Dow Jones Industrial 0,68 Prozent auf 34.079 Punkte. Auf Wochensicht hat der Ukraine-Konflikt dem Leitindex damit ein Minus von knapp zwei Prozent eingebrockt.

Der technologielastige Nasdaq 100 fiel mit 1,14 Prozent auf 14.009 Zähler weiter zurück. Der marktbreite S&P 500 gab um 0,72 Prozent auf 4349 Punkte nach.

Zwischen Hoffen und Bangen, so ist gegenwärtig die Stimmung an den Finanzmärkten. Einerseits ist die Diplomatie noch nicht gescheitert, die Außenminister der USA und Russlands wollen sich in der kommenden Woche zur Beratung treffen. Dem stehen jedoch Berichte gegenüber, wonach die Separatisten in der Donbass-Region der Ukraine Frauen und Kinder nach Russland evakuieren wollen. Die Nato erhöht zudem die Einsatzbereitschaft Tausender Soldaten.

„Auf des Messers Schneide“ sieht Analyst Jim Reid von der Deutschen Bank die Lage rund um die Ukraine. Am Vortag sei die Haltung der Investoren gewesen, dass ein Losbrechen des Konflikts unmittelbar bevorstehen könnte. Mit den angekündigten Gespräch zwischen Russland und den USA werde nun gewissermaßen „ein Olivenzweig gereicht“.

Zu den neuerlichen Verlusten beigetragen haben könnte auch der Umstand, dass die US-Börsen am Montag wegen eines Feiertags geschlossen sind. Angesichts einer jederzeit möglichen Eskalation der Krise könnten Investoren die Risiken noch vor dem langen Wochenende begrenzt und Aktienpositionen sicherheitshalber aufgelöst haben.

Der Euro gab zum US-Dollar leicht nach, angesichts des Ukraine-Konflikts war der Dollar als weltweite Reservewährung gefragt. Zuletzt kostete der Euro 1,1325 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1354 (Donnerstag: 1,1370) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8808 (0,8795) Euro gekostet.

Die als sichere Anlage geltenden US-Staatsanleihen profitierten von der allgemeinen Unsicherheit an den Finanzmärkten. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) stieg um 0,22 Prozent auf 126,70 Punkte. Die Rendite für zehnjährige Staatspapiere gab im Gegenzug auf 1,92 Prozent nach.

Intel kann Anleger nicht überzeugen

Intels Ankündigung einer höheren Marge erst ab 2025 kam bei den Anlegern nicht gut an. Die Aktien des Chipkonzerns schlossen 5,3 Prozent im Minus und waren der größte Verlierer im Dow Jones. Die Konkurrenten Micron und Nvidia gaben ihrerseits bis zu 3,5 Prozent nach, der Philadelphia-Halbleiterindex tendierte bis zu zwei Prozent schwächer.

Intel hatte am Donnerstagabend angekündigt, mitten in der Chipkrise stärker in die Auftragsfertigung einzusteigen und seine Kapazitäten massiv auszubauen. Die Investoren wollten jedoch erst sehen, dass diese Investitionen auch was hergeben, erklärten Analysten von Jefferies.

Roku-Aktien fielen den dritten Tag in Folge und schlossen 22,2 Prozent im Minus. Der Hard- und Software-Hersteller für Video-Streaming-Plattformen hatte nach US-Börsenschluss einen Umsatz unter Expertenerwartungen bekanntgegeben und auf Lieferkettenprobleme verwiesen.
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Weiter hohe Aufmerksamkeit erregt die Inspirato-Aktie. Der Spezialist für Luxus-Reisen ist jüngst per Spac an die Börse gebracht worden und legte am Donnerstag um 650 Prozent zu. Der Kurs am Ende des Handelstages belief sich schließlich auf 92,65 Dollar, womit der Börsenwert knapp unter zwei Milliarden Dollar lag. Am heutigen Freitag verliert das Papier aber wieder über 50 Prozent und wird bei 45.02 Dollar gehandelt.

Spacs (Special Purpose Acquisition Company) sind Börsenmäntel. Sie sammeln Geld von Anlegern ein, die quasi blind darauf vertrauen, dass der Börsenmantel zu einem späteren Zeitpunkt ein interessantes Übernahmeziel findet. Meist sind das Start-ups oder Technologiefirmen mit starkem Wachstum, die frisches Kapital brauchen und eine Abkürzung an die Börse suchen.

Blick auf weitere Einzelwerte

Deere: Der US-Landmaschinenbauer hat seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2021/22 dank hoher Nachfrage nach Traktoren und Mähdreschern angehoben. Dennoch gab die Aktie gute drei Prozent nach. Deere profitiert von der zunehmenden Bereitschaft der Landwirte, verstärkt in neue Maschinen zu investieren. Das US-Landwirtschaftsministerium schätzt, dass das Nettoeinkommen der Landwirte im Jahr 2021 dank der Rekordpreise bei Getreide um 25 Prozent geklettert ist. Im Ende Januar endenden ersten Geschäftsquartal verbuchte Deere jedoch wegen Lieferkettenprobleme einen Gewinnrückgang auf 903 Millionen Dollar nach 1,22 Milliarden im Vorjahreszeitraum.

Ford: Ford-Aktien legten bei hohem Volumen um 2,8 Prozent zu nach einer Meldung der Finanzagentur Bloomberg, dass der US-Autobauer eine Trennung der E-Auto-Sparte von seinem traditionellen Geschäft etwa durch eine Abspaltung erwägt. Der Konzern wies die Meldung zunächst zurück.

Dupont: Das US-Chemieunternehmen verkauft seine Mobilitäts- und Materialsparte für elf Milliarden Dollar an den Spezialchemiekonzern Celanese. Bis Ende diesen Jahres soll der Verkauf über die Bühne gehen. Der Konzern will sich auf seine Elektronik-, Auto- und Wassersparten konzentrieren und sich dafür von anderen Geschäftsfeldern trennen. Die Dupont-Aktie verlor etwa 1,2 Prozent, die Celanese-Titel notierten 5,2 Prozent tiefer.

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Draftkings: Die Aktien des Sportwettanbieters rutschten mehr als 20 Prozent ab. Dabei fiel der Quartalsverlust geringer aus als erwartet und auch der Umsatz übertraf die Schätzungen. Draftkings rechnet aber mit einem höher als erwarteten bereinigten Verlust für das Gesamtjahr, da die Kosten weiter steigen.

Dropbox: Das Unternehmen übertraf mit einem bereinigten Quartalsgewinn von 41 Cents pro Aktie die Schätzungen um vier Cents, und auch der Umsatz des Softwareunternehmens übertraf die Prognosen. Die Zahlen der bezahlten Nutzer und der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer lagen ebenfalls über dem Konsens. Die Aktie lag 2,3 Prozent im Minus. Die Prognose für die Gewinnmarge im laufenden Quartal fiel etwas niedriger als erwartet.

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