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Berkshire HathawayUS-Star-Investor Buffett steigert Gewinn kräftig

Nach der Coronakrise hat Berkshire Hathaway seine Gewinne um 45 Prozent steigern können. Doch gute Deals sind immer noch nicht in Sicht.Astrid Dörner 26.02.2022 - 16:00 Uhr Artikel anhören

Die Investmentgesellschaft von US-Star-Anleger Warren Buffett konnte ein ordentliches Plus verzeichnen. Währenddessen warten Anleger auf einen nächsten großen Deal von Buffett.

Foto: AP

New York. Es läuft wieder rund für Warren Buffett. In Zeiten hoher Inflation und steigender Zinsen ist seine Strategie wieder extrem gefragt. Der Chef des Konglomerats Berkshire Hathaway setzt auf Industrieproduktion und erneuerbare Energien und nutzt damit die Gunst der Stunde.

Berkshire steigerte den Betriebsgewinn im vierten Quartal um 45 Prozent auf 7,3 Milliarden Dollar (6,5 Mrd. Euro), wie der Konzern aus Omaha, Nebraska, am Samstag mitteilte.

Das war das zweitbeste Quartal seit 2010 und wurde angetrieben durch die guten Zahlen bei der Eisenbahntochter BNSF sowie der Energiesparte Berkshire Hathaway Energy (BHE), die von seinem designierten Nachfolger Greg Abel geführt wird. Beide Sparten erzielten mit sechs Milliarden und vier Milliarden Dollar jeweils den höchsten Jahresgewinn aller Zeiten.

Das Versicherungsgeschäft lief nach roten Zahlen im Vorjahreszeitraum auch wieder besser. Berkshire Hathaways Nettoergebnis stieg in den drei Monaten bis Ende Dezember um elf Prozent auf 39,6 Milliarden Dollar. Hier werden allerdings auch stark schwankende unrealisierte Buchgewinne der vielen Aktienbeteiligungen ausgewiesen. Deshalb ist die Aussagekraft mit Blick auf den Geschäftsverlauf begrenzt.

Buffett rät davon ab, der Kennzahl viel Aufmerksamkeit zu schenken. Insgesamt gehören zu Berkshire Hathaway an die 90 Firmen, wie der Bekleidungshersteller Fruit of the Loom, der Sportartikelproduzent Brooks Running sowie See’s Candy. Hinzu kommen Aktienpakete an Konzernen wie Apple, Bank of America und Coca-Cola.

„Vier Giganten“ für Berkshire

An der Börse kommt diese Mischung gut an. Die Berkshire-Aktie hat in diesem Jahr 6,4 Prozent zugelegt. Der breit gefasste S&P 500, mit dem sich Buffett gern vergleicht, verlor dagegen acht Prozent. Für Buffett, der sich stur als Value-Investor engagiert, ist das die langersehnte Trendwende.

Während der Pandemie und auch schon in den Jahren zuvor profitierten vor allem Technologie-Aktien und -Investments, die gerade in Zeiten niedriger Zinsen gut laufen. Hier ist Berkshire jedoch vergleichsweise schwach aufgestellt.

Buffett (91) und sein stellvertretender Verwaltungsratschef Charlie Munger haben zunächst damit kokettiert, dass sie sich aufgrund ihres hohen Alters mit neuen Technologien nicht besonders gut auskennen und daher die Finger davon lassen. Nun jedoch räumen sie ein, dass es ein Fehler war, nicht früher in große Tech-Konzerne wie Google und Amazon investiert zu haben. Lange Zeit schnitt die Berkshire-Aktie daher schlechter ab als der S&P 500. Nun jedoch nimmt Berkshire mit einem Marktwert von 713 Milliarden Dollar Kurs auf die Eine-Billion-Marke.

Buffett sprach in seinem viel beachteten Brief an die Aktionäre, der am Samstag ebenfalls veröffentlicht wurde, von den „vier Giganten“, die die Gewinne von Berkshire treiben. Dazu zählt der Star-Investor neben der Versicherungs-, der Energie und der Eisenbahnsparte auch sein Investment in den iPhone-Hersteller Apple. Das sei im vergangenen Jahr dank Apples Aktienrückkäufen von 5,39 auf 5,55 Prozent gestiegen. Apple ist Berkshires einziges großes Tech-Investment und macht gut 44 Prozent des gesamten Portfolios aus. Apple habe Berkshire im Jahr 2021 zudem 785 Millionen Dollar an Dividenden gezahlt.

Buffetts Investmentmanager Ted Weschler und Todd Combs hatten ihren Chef 2016 zu einem Einstieg überredet. Buffett räumte auch mit dem Vorurteil auf, sein Konzern sei eine „seltsame Kollektion von Finanztiteln“. Berkshire besitze und betreibe mehr amerikanische „Infrastruktur-Assets als jedes andere US-Unternehmen“, so Buffett. Sie hätten einen Wert von 158 Milliarden Dollar, Tendenz steigend. „Diese Vorherrschaft war nie unser Ziel, aber das ist nun einmal Fakt.“

Aktienrückkäufe gehen leicht zurück

Trotz der neuen Phase an den Märkten hat der Star-Investor jedoch weiter mit alten Problemen zu kämpfen. Buffett sucht weiter nach lukrativen Deals, um die hohen Cash-Reserven anzulegen, die im vierten Quartal auf 146,7 Milliarden Dollar leicht zurückgegangen sind.

Der Berkshire-Chef bleibt seinem Ansatz treu, Unternehmen nur zu günstigen Bewertungen zu kaufen und nicht auf kurzfristige Trends zu setzen. Doch schon seit Jahren sind ihm die Unternehmensbewertungen zu hoch. Das sei weiterhin der Fall. Buffett suche nach Möglichkeiten, Unternehmen entweder komplett zu kaufen oder sich an ihnen zu beteiligen.

Doch auch in letzterer Kategorie „sehen wir nichts, was uns begeistert“, schrieb Buffett. „Charlie und ich haben in der Vergangenheit ähnliche Phasen mit hohen Barreserven durchgestanden. Die sind nicht besonders angenehm, aber sie sind auch nie von Dauer“, stellte Buffett klar.

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Die beispiellosen Aktienrückkäufe, die Berkshire in den vergangenen Jahren gestartet hatte, seien „eine ziemlich attraktive Alternative“. Im vergangenen Jahr gab Buffett insgesamt 27,1 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe aus. Berkshire kaufte im vierten Quartal Aktien im Wert von 6,9 Milliarden Dollar zurück, etwas weniger als im Vorquartal. Und in diesem Jahr habe der Konzern bereits Papiere im Wert von 1,2 Milliarden Dollar zurückgekauft. Zu aktuellen Themen wie der Krise in der Ukraine und steigender Inflation äußerte sich der Berkshire-Chef nicht.

Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause will Buffett seine Aktionäre in diesem Jahr wieder zur großen Hauptversammlung in Omaha begrüßen. Das Treffen ist seit Jahren ein großes Highlight – auch für Buffett selbst, der seine Vorfreude deutlich durchblicken ließ. „Sagt alle anderen Termine ab“, schrieb Buffett. „Omaha wartet auf euch.“

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