Telekommunikation: Nach Abtritt von Softbank-Manager: Unruhe im Telekom-Aufsichtsrat
Claure wird schwer zu ersetzen sein.
Foto: Getty ImagesBarcelona. Im September war die Inszenierung noch intakt. Telekom-Chef Timotheus Höttges und der Softbank-Manager Marcelo Claure trafen sich auf einer Konferenzbühne in Köln und besiegelten mit einem „High five“ öffentlich die gemeinsame Zukunft.
Höttges hatte gerade den Einstieg von Softbank, einem der größten Technologieinvestoren und Telekomunternehmen der Welt, per Kapitalerhöhung bekannt gegeben. Die Japaner sind seitdem der zweitgrößte Anteilseigner der Deutschen Telekom. Im Laufe dieses Jahres sollte Claure deshalb in den Aufsichtsrat des Konzerns einziehen.
Mittlerweile ist klar, dass dieser Plan gescheitert ist. Nach Informationen des Handelsblatts sucht die Telekom gemeinsam mit Softbank bereits nach einem Ersatzkandidaten für Claure. Er soll im Laufe der zweiten Jahreshälfte vorgestellt werden. Der designierte neue Aufsichtsratsvorsitzende, Post-Chef Frank Appel, wird sich demnach ebenfalls an der Kandidatenauswahl beteiligen.
Erst Mitte Februar soll es wegen Claure intern zu Streit gekommen sein: Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Frank Sauerland hatte sich öffentlich gegen Höttges' Wunschkandidaten gestellt. Sein „Wertegerüst“ passe nicht zur Telekom, sagte Verdi-Vertreter Sauerland der Nachrichtenagentur Reuters. Er werde sich gegen eine Wahl Claures stellen. Daraufhin soll es zu einer Auseinandersetzung mit Höttges gekommen sein, der Sauerland vorgeworfen haben soll, sich in Belange der Kapitalseite einzumischen.