Ukraine-Krieg: Autozulieferer Leoni kürzt Gewinnerwartung
München. Der Nürnberger Autozulieferer Leoni bekommt den Krieg in der Ukraine zu spüren. Die Produktion in den beiden Fabriken des Herstellers von Kabelbäumen (Bordnetzen) für Autos in der Nähe von Lwiw im Westen des Landes ist zumindest zeitweise unterbrochen. Der Vorstand erwarte, dass sich das in diesem Jahr nicht mehr aufholen lassen werde und Umsatz und Gewinn niedriger ausfielen als geplant, teilte Leoni am Montag mit.
In der Ukraine arbeiten 7000 Menschen für Leoni. Derzeit werde versucht, die Produktion an anderen Standorten hochzufahren, erklärte das Unternehmen. Leoni stellt Kabelbäume auch im benachbarten Rumänien her. Autobauer wie BMW und Volkswagen hatten wegen der fehlenden Teile die Produktion zeitweise unterbrechen müssen.
Auch das Geschäft in Russland, wo Leoni 2500 Mitarbeiter in der Produktion beschäftigt, könne – etwa durch die Sanktionen – beeinträchtigt werden. Damit drohen Leoni in den beiden Ländern Abschreibungen: Die Fabriken, Maschinen und Vorräte stehen mit 125 Millionen Euro in der Bilanz. Sie könnten „zumindest teilweise wertgemindert sein“, erklärte das Unternehmen. Leoni befindet sich ohnehin mitten in einer tiefgreifenden Sanierung.
Aus der Ukraine hatte Leoni in diesem Jahr bisher weniger als 300 Millionen Euro Umsatz eingeplant, aus Russland knapp 100 Millionen. Der angepeilte Konzernumsatz von etwas mehr als fünf Milliarden Euro sei daher wohl nicht mehr erreichbar. Auch das operative Ergebnis (Ebit) vor Sondereffekten werde niedriger ausfallen als die geplante mittlere zweistellige Millionensumme, warnte Leoni.