Ukraine-Krieg: „Wenn die Ukraine verliert, wird auch Europa zerstört“ – Schlüsselfiguren der Maidan-Proteste kämpfen für die Zukunft
Mustafa Najjem, Serhi Leschtschenko und Switlana Salischtschuk.
Foto: Privat, Mauritius, Getty, ImagoLwiw. Sein Facebook-Post wurde zum Katalysator der Massenproteste. „Okay, jetzt im Ernst“, schrieb Mustafa Najjem am 21. November 2013 in dem sozialen Netzwerk, „wer ist bereit, um Mitternacht auf den Maidan zu kommen?“ Vorausgegangen war die Nichtunterzeichnung eines lange verhandelten Assoziierungsabkommens mit der EU durch den damaligen ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch.
So begann der Euromaidan, die Protestbewegung auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew. Es kamen zunächst 2000, dann Hunderttausende, und die Geschichte der Ukraine beschleunigte sich ähnlich rasant wie gerade jetzt wieder: Bis im April 2014 war der damalige Präsident Wiktor Janukowitsch geflohen, eine prowestliche Regierung installierte sich, Russland hatte die Halbinsel Krim annektiert sowie den Krieg im Donbass vom Zaun gebrochen. 15.000 Männer, Frauen und Kinder, Zivilisten und Soldatinnen starben. Durch den jetzigen Überfall Russlands Ende Februar 2022 sind Tausende hinzugekommen.
Najjem, heute 40 Jahre alt, sitzt mittlerweile als stellvertretender Infrastrukturminister in einem Kiewer Regierungsbunker und versucht, die vielerorts durch den Krieg unterbrochenen Versorgungswege einigermaßen aufrechtzuerhalten.